Sprengstoff auf Gehwegen verteilt: Leipziger Polizei warnt vor "kleinen Paketen"

Leipzig - Am Sonntag wurde ein Passant in Leipzig durch in einer Pappbox versteckten Sprengstoff verletzt. Bei dem Vorfall handelt es sich um keinen Einzelfall, wie die Polizeidirektion nun mitteilte.

Am Sonntag explodierte auf der Jahnalleee Sprengstoff, der in einem Karton versteckt worden war. (Symbolbild)
Am Sonntag explodierte auf der Jahnalleee Sprengstoff, der in einem Karton versteckt worden war. (Symbolbild)  © Andreas Arnold/dpa

Nach Angaben von Polizeisprecher Olaf Hoppe lag der Sprengstoff in einer Pappverpackung auf der Jahnallee im Bereich zwischen der Marschnerstraße und der Coblenzer Straße.

Ein 36-jähriger Spaziergänger griff am Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr nichtsahnend nach dem Gegenstand, woraufhin dieser explodierte. Der Mann wurde an der rechten Hand sowie am Unterbauch verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und vermutet eine Verbindung zu weiteren ähnlichen Fällen aus jüngster Vergangenheit.

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So wurden die Beamten bereits Ende Mai zu einem Einkaufsmarkt im Zentrum-West gerufen, wo es im Bereich hinter einem Pfandautomaten zu einer Explosion gekommen war. Es wurde ermittelt, dass sich der Sprengstoff in einer abgegebenen PET-Flasche befunden hatte.

Am Morgen des 6. Juni ging die Verbrechens-Serie dann weiter, als Unbekannte in der Käthe-Kollwitz-Straße/Friedrich-Ebert-Straße versuchten, einen Altkleidercontainer zu sprengen. Vor Ort stellten die Beamten außerdem eine weitere Sprengvorrichtung fest, die vom Landeskriminalamtes entschärft werden musste.

Am 16. August folgte der nächste Vorfall: Ein Passant trat im Bereich des Leipziger Stadthafens versehentlich gegen ein Päckchen, das auf dem Gehweg im Schatten lag. "Dabei kam es zu einer Detonation, wodurch der Spaziergänger oberflächlich an Beinen und Gesicht verletzt wurde", berichtete der Polizeisprecher.

Polizei warnt die Leipziger Bevölkerung

In allen Fällen ermittelt nun die Kriminalpolizei gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Leipzig wegen des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen.

Olaf Hoppe merkte an, dass die Ermittlungen noch am Anfang stünden und auch die Zusammenhänge zwischen den Taten bisher unklar seien. Dennoch sei es ihm und seinen Kollegen ein Anliegen, die Leipziger Bevölkerung zu warnen: "Bei kleinen Paketen, die auf öffentlichen Wegen und Plätzen deponiert wurden, und verdächtig wirken können, kann schon ein Tritt oder ein Aufheben eine Verpuffung auslösen!"

Im Zweifelsfall soll beim Fund eines solchen Objektes, besonders im Zentrum-West, sofort die Polizei verständigt werden.

Außerdem werden Zeugen gesucht, die in den vergangenen Wochen im Leipziger Zentrum-West verdächtige Personen wahrgenommen haben, die womöglich Gegenstände auf Fußwegen und vor Containern abgelegt haben. Hinweisgeber sollen sich bei der Kripo unter der Telefonnummer 034196646666 melden.

Titelfoto: Andreas Arnold/dpa

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