Teenager tritt Zugbegleiterin gegen Kopf: "Kripo Live" zeigt Brutalo-Jungs

Leipzig - Mitte Juli kam es an der S-Bahnhaltestelle in Leipzig-Leutzsch zu einer brutalen Attacke auf eine Zugbegleiterin (TAG24 berichtete). Die Frau ist bis heute aufgrund ihrer Verletzungen krank geschrieben - und sprach am Sonntag bei "Kripo Live" über den hinterhältigen Angriff. 

An der Haltestelle trat ein junger Mann der Zugbegleiterin mit voller Wucht von hinten gegen den Kopf.
An der Haltestelle trat ein junger Mann der Zugbegleiterin mit voller Wucht von hinten gegen den Kopf.  © Screenshot MDR/ Kripo Live

Schon zu Beginn der Fahrt mit der S-Bahnlinie 1 in Richtung Miltiz war die Gruppe von etwa zehn Jugendlichen der Zugbegleitung aufgefallen: Bei einer Fahrkartenkontrolle am 16. Juli 2020 wurde die junge Frau bereits beleidigt, die Teenager verschanzten sich in einer Toilette, um der Kontrolle zu entgehen. 

"Ich erinnere mich, dass alle sehr aufgeregt waren, wer weiß, was sie vorher erlebt haben", erinnert sich die Zugbegleiterin. Auch Alkohol soll im Spiel gewesen sein. 

An der Haltestelle "Leipzig-Leutzsch" schließlich rannten einige der Jugendlichen aus der S-Bahn nach draußen, um sich Fahrkarten an einem Automaten an der Haltestelle zu ziehen. Weil sie ein ungutes Gefühl beschlich, bat die Zugbegleiterin die Teenager, nicht mehr in die Bahn einzusteigen. 

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Wie Videoaufnahmen zeigen, ereignete sich dann gegen ein Uhr die brutale Attacke am Gleis der Haltestelle: Erst wird die Zugbegleiterin von der Seite angespuckt, versucht sich den Speichel von der Wange zu wischen. In diesem Moment nähert sich ein weiterer Teenager von hinten und springt ihr mit dem Fuß gegen den Kopf! 

Nach Attacke am Bahngleis: Jugendliche flüchten auf Ludwig-Hupfeld-Straße

Der Teenager links spuckte die Zugbegleiterin an, der junge Mann rechts trat ihr mit dem Fuß gegen den Kopf.
Der Teenager links spuckte die Zugbegleiterin an, der junge Mann rechts trat ihr mit dem Fuß gegen den Kopf.  © Screenshot MDR/ Kripo Live

"Ich wusste im ersten Moment gar nicht, mit was ich da geschlagen wurde", schildert die Zugbegleiterin im Gespräch mit "Kripo Live". Sie fällt zu Boden, bleibt benommen liegen, während sich die Gruppe von Teenagern in Richtung der Ludwig-Hupfeld-Straße aus dem Staub macht.

Die verletzte Frau hat auch noch rund drei Wochen später mit den Nachwirkungen der Attacke zu kämpfen. "Ich hab ein Schleudertrauma erlitten und Schmerzen von der Halswirbelsäule bis in den unteren Rücken. Ich muss Schmerzmittel nehmen, um meinen Alltag bewältigen zu können", so die Angestellte der Bahn.

Mit der Veröffentlichung der Videoaufnahmen vom Gleis und der S-Bahn versucht die Bundespolizei nun, die jungen Täter zu finden. 

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Und selbst hartgesottene Polizeibeamte wie Polizeihauptmeister Jens Damrau zeigen sich fassungslos über die Brutalität der Jugendlichen. "Das ist einer der brutalsten Vorfälle, der uns je untergekommen ist. Es hätte auch noch weit Schlimmeres passieren können!", so der Bundespolizist.

Die beiden Jugendlichen werden als zwischen 15 und 20 Jahre alt beschrieben. Die Person, die die Zugbegleiterin anspuckte, trug eine Trainingsjacke mit lila Streifen und eine Kappe. Der Teenager, der den Tritt gegen den Kopf der Angestellten setzte, trug eine schwarze Steppjacke, weiße Turnschuhe und hatte krauses, schwarzes Haar.

Wer Hinweise zu den Tätern oder der Tat am 16. Juli 2020 machen kann, soll sich bei der Bundespolizei unter der 0341997990 melden. 

UPDATE, 5. August, 19 Uhr: Nach Angaben der Bundespolizei haben sich beide Täter am Dienstagmittag bei Polizeidienststellen in Leipzig gemeldet. Der 16-jährige Syrer und der 19-jährige Leipziger räumten ihre Taten in einer ersten Vernehmung ein. 

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. 

Titelfoto: Screenshot MDR/ Kripo Live

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