Warum hielt die Polizei dieses brutale Gewaltverbrechen so lang geheim?

Leipzig - Ein Jahr lang haben Polizei und Staatsanwaltschaft in Leipzig einen brutalen Überfall auf eine Frau unter der Decke gehalten. Jetzt scheinen die Ermittler bei ihrer bislang erfolglosen Jagd nach einem gefährlichen Gewalttäter mit dem Latein am Ende zu sein - und präsentieren ein Phantombild.

Mit diesem qualitativ minderwertigen Phantombild sucht die Polizei nach einem Gewalttäter, der offenbar eine Frau töten wollte.
Mit diesem qualitativ minderwertigen Phantombild sucht die Polizei nach einem Gewalttäter, der offenbar eine Frau töten wollte.  © Polizei

Mit ihren zögerlichen Öffentlichkeitsfahndungen sorgt Sachsens Polizei regelmäßig für Kopfschütteln. Jetzt kommt erneut ein krasser Fall ans Licht.

Am 9. Mai 2019 gegen 2.30 Uhr war eine 29-jährige Frau auf dem Weg von einer Party nach Hause. In der Nähe der Tierkliniken wurde sie von einem Unbekannten brutal überfallen (TAG24 berichtete). 

Laut Polizeimeldung von Freitag (!) sprang der Gangster aus einem Gebüsch, schlug die Frau mit Fäusten nieder und trat dann auf sie ein. Anschließend kniete sich der Gewalttäter neben die am Boden Liegende und würgte sie. Im Todeskampf wehrte sich die Frau so heftig, dass der Unbekannte schließlich von ihr abließ.

Die verletzte Frau kam in die Klinik und es begannen Ermittlungen voller Merkwürdigkeiten. Obwohl Anhaltspunkte für ein Tötungsverbrechen vorliegen, ermittelt die Polizei nur wegen Körperverletzung. 

Bis heute wird der Fall nicht von der Kripo, sondern vom örtlich zuständigen Polizeirevier bearbeitet. Der Öffentlichkeit wurde das Verbrechen bislang verschwiegen. Und bis zur Veröffentlichung des Phantombildes ließen die Beamten ein ganzes Jahr verstreichen.

Dies seien die normalen Arbeitsabläufe und die Ö-Fahndung das letzte Mittel, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage. 

Der Tatort: An dieser kleinen Grünfläche hinter dem Institut für Tierzucht schlug der Gewalttäter vor genau einem Jahr zu.
Der Tatort: An dieser kleinen Grünfläche hinter dem Institut für Tierzucht schlug der Gewalttäter vor genau einem Jahr zu.  © Alexander Bischoff

Immerhin fanden die Ermittler in 365 Tagen bereits heraus, dass es sich bei dem Gangster um einen 20 bis 25-Jährigen mit "vermutlich blonden Haaren" handelt.

Titelfoto: Bildmontage: Polizei, Alexander Bertram

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