Zoff um Überstunden: Sushi-Koch wollte Chef und Kollegen tranchieren

Leipzig - Im Streit um Überstunden hat ein Sushi-Koch in Leipzig versucht, seinen Chef und einen Kollegen zu tranchieren. 

Ein Wachtmeister nimmt Tuan Hong T. die Handschellen ab. Der Sushi-Koch muss sich wegen versuchten Mordes verantworten.
Ein Wachtmeister nimmt Tuan Hong T. die Handschellen ab. Der Sushi-Koch muss sich wegen versuchten Mordes verantworten.  © Ralf Seegers

Beide überlebten das Blutbad. Seit Donnerstag steht Tuan Hong T. (61) wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung vor Gericht.

Selbst in Handschellen lächelt Tuan Hong T. noch freundlich. Im Gerichtssaal ist der ältere Herr mit dem rundlichen Gesicht und der ovalen Metallbrille zu allen äußerst höflich. 

Man kann es sich gut vorstellen, wie dieser freundlich wirkende Mann hinter einer Sushi-Theke steht und mit einem Yanagiba-Messer aus Lachs, Aal und Thunfisch Sashimi bastelt.

Und das hat er offenbar auch oft und lange getan. 

Denn am 1. Oktober vergangenen Jahres beschwerte sich der Koch eines hippen Sushi-Ladens in der Leipziger Südvorstadt bei der für die Arbeitszeiterfassung verantwortlichen Mitarbeiterin Mai H. (19), dass ihm angeblich zu wenige Stunden vergütet wurden. 

Messerattacke im Sushi-Laden: Chef und Koch versuchen, Kollegin zu schützen

In diesem Leipziger Sushi-Lokal kam es im Oktober zum fast tödlichen Streit um Überstunden.
In diesem Leipziger Sushi-Lokal kam es im Oktober zum fast tödlichen Streit um Überstunden.  © Ralf Seegers

Als die junge Dame den älteren Kollegen offenbar wenig asiatisch höflich abblitzen ließ, rastete der aus. 

Laut Anklage holte Herr T. ein Messer mit 22 Zentimeter langer Klinge aus der Küche und stürmte damit auf Fräulein Mai zu. In letzter Sekunde warf sich der Chef, Than Van P. (51), dazwischen. 

Wie von Sinnen soll ihm der Koch daraufhin mit dem Tranchiermesser das Gesicht zerschnitten und den Mann so regelrecht entstellt haben.

Schlimmer noch erwischte es Tran V. (54), einen weiteren Sushi-Koch, der seinem Chef zu Hilfe eilte. 

Auf ihn soll der Angeklagte in Tötungsabsicht mehrfach eingestochen haben - insgesamt 15-mal. Mit schwersten Verletzungen kam das Opfer ins Krankenhaus (TAG24 berichtete).  

Nachdem sich Herr T. zum Prozessauftakt alles interessiert angehört hatte, bekundete er am Ende des Verhandlungstages, sich am Dienstag zu den Vorwürfen erklären zu wollen. 

Titelfoto: Ralf Seegers

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