Damit Leipzig nicht im Schnee versinkt: Gastronomen helfen beim Winterdienst

Leipzig - Leipzigs Gastronomen sagen den Schneemassen den Kampf an! Um der Lockdown-Tristesse zu entfliehen und die Messestadt ein Stück mehr von der weißen Pracht zu befreien, griffen Betreiber von Restaurants, Kneipen und Hotels am Mittwoch zu Schaufel und Besen und schippten, was das Zeug hält. Und die Aktion zeigte bereits Wirkung.

Markus Saalbach (l), Betreiber des Leipziger Dunkelrestaurants "Mondschein" an der Kreuzung am Goerdelerring. Leipzigs Restaurant- und Kneipenbetreiber hatten sich am Mittwoch zusammengetan, um die Messestadt von Schnee und Eis zu befreien.
Markus Saalbach (l), Betreiber des Leipziger Dunkelrestaurants "Mondschein" an der Kreuzung am Goerdelerring. Leipzigs Restaurant- und Kneipenbetreiber hatten sich am Mittwoch zusammengetan, um die Messestadt von Schnee und Eis zu befreien.  © News5/Grube

"Wir haben alle Zeit, warum sie nicht auch nutzen?", erklärte Markus Saalbach vom Dunkelrestaurant "Mondschein" gegenüber TAG24.

Zusammen mit Mitarbeitern des "L1", des "Elsterartig", des Karaoke-Clubs "Zum Kakadu" und des "Micellos" hatte sich der Restaurant-Betreiber am Goerdelerring getroffen, um die dortigen Zufahrten, wie er sagte, vom Schnee zu befreien.

Nicht nur auf dem Goerdelerring, in ganz Leipzig waren Betreiber und Mitarbeiter von Restaurants, Kneipen und Hotels zusammengekommen, um an Fuß- und Radwegen, Kreuzungen, Haltestellen und Zufahrten Schnee zu schieben.

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"Die Idee dazu entstand spontan", so Saalbach. In einer Chatgruppe hatte Torsten Jörg Junghans von der Bar "Vodkaria" dazu aufgerufen, Leipzigs Winterdienste im Kampf gegen die weiße Pracht zu unterstützen. "Leipzig versinkt im Schnee. Während die Mitarbeiter der Stadtreinigung bis zur Erschöpfung schuften, sind Betreiber von Kneipen und Restaurants lockdownbedingt zum Nichtstun verdammt. Warum aus der Not keine Tugend machen?", hieß es in einer Mitteilung, die noch am Dienstagabend auf Facebook geteilt wurde.

Die Idee nahm innerhalb kürzester Zeit Fahrt auf und so trafen sich am Mittwoch Mitarbeiter von mehr als 20 Restaurants, Bars und Hotels zum gemeinsamen Aufräumen.

Saalbach hatte sich dazu mit Mitarbeitern des "L1", des "Elsterartig", des Karaoke-Clubs "Zum Kakadu" und des "Micellos" getroffen, um im Bereich um den Goerdelerring Zufahrten und Wege freizuräumen.
Saalbach hatte sich dazu mit Mitarbeitern des "L1", des "Elsterartig", des Karaoke-Clubs "Zum Kakadu" und des "Micellos" getroffen, um im Bereich um den Goerdelerring Zufahrten und Wege freizuräumen.  © News5/Grube
Mitarbeiter des "Barfusz" und der "Milchbar Pinguin" kümmerten sich derweil um die Fußgängerzone und die Zufahrtsstraßen zum Markt.
Mitarbeiter des "Barfusz" und der "Milchbar Pinguin" kümmerten sich derweil um die Fußgängerzone und die Zufahrtsstraßen zum Markt.  © Barfusz/Andreas Knabe

Einrichtungen bitten bereits um Hilfe

Ein Team der "Vodkaria" und des "Barcelona" befreite die Kreuzung Käthe-Kollwitz- und Gottschedstraße sowie die dortigen Haltestellen von Schnee. Mehr als 20 Kneipen, Restaurants und Hotels der Messestadt beteiligten sich an der Aktion.
Ein Team der "Vodkaria" und des "Barcelona" befreite die Kreuzung Käthe-Kollwitz- und Gottschedstraße sowie die dortigen Haltestellen von Schnee. Mehr als 20 Kneipen, Restaurants und Hotels der Messestadt beteiligten sich an der Aktion.  © News5/Grube

Und die Aktion zeigte bereits ihre Wirkung. So dankte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD) den Gastronomen via Facebook für ihre Initiative.

"Ich hoffe, wir hoffen, wir haben die Pandemie bald so im Griff, dass keine Opfer mehr zu beklagen sind und die Gäste wieder zu Euch kommen können", so der OB.

Andere sollen sich bereits erkundigt haben, ob sie die Dienste des zufällig zusammengekommenen Winterdienstes ebenfalls in Anspruch nehmen können.

"Ein Pflegeheim hat um Hilfe gebeten, weil die Rettungswagen nicht mehr durch die Schneemassen in der Einfahrt kommen. Auch die Tafel hat sich bei uns gemeldet", sagte Markus Saalbach. "Ich denke, da werden wir morgen anpacken."

Titelfoto: News5/Grube

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