Todesurteil für 17 Vogelarten? Demo gegen Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes geplant

Leipzig - Die Pläne für den Umbau des Wilhelm-Leuschner-Platzes im Zentrum Leipzigs schreiten immer weiter voran. Doch darüber freut sich nicht jeder: Die Wildvogelhilfe Leipzig will am morgigen Mittwoch vor dem Neuen Rathaus gegen die Bebauung demonstrieren. 

Der Wilhelm-Leuschner-Platz soll sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern.
Der Wilhelm-Leuschner-Platz soll sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern.  © Alexander Bischoff

Am gleichen Tag findet die Ratsversammlung statt, bei der über den neuen Bebauungsplan für den Wilhelm-Leuschner-Platz entschieden wird.

Vorgesehen für das sieben Hektar große Areal sind unter anderem eine Markthalle, Restaurants, Büros und Wohnraum (TAG24 berichtete). 

Doch genau diese Bauarbeiten werden nun von der Wildvogelhilfe Leipzig scharf kritisiert: Die Umsetzung der aktuellen Pläne würde die Rodung von über 100 Bäumen und Sträuchern bedeuten. 

"Das ist das Todesurteil für die 17 standorttreuen Vogelarten, die dort brüten, und nimmt der Stadt eine weitere Quelle für frische Luft und Abkühlung im Sommer", erklärt der Verband. Zu den gefährdeten Arten gehöre auch der Grünspecht, der sogar gesetzlich streng geschützt sei.

Und auch die geplanten Neupflanzungen seien nicht in der Lage, die Stadt effektiv zu kühlen, erst nach mehreren Jahrzehnten können diese die Wirkung eines 30 bis 60 Jahre alten Baumes entfalten. 

"Seit dem 30.10.2019 gilt in Leipzig zudem der Klimanotstand. Dafür wurde ein Sofortmaßnahmenprogramm durch die Ratsversammlung verabschiedet. Aber die Belange des Klimaschutzes finden bei Beschlüssen im Stadtparlament keine Beachtung", kritisiert die Wildvogelhilfe ganz klar. 

Aus diesen Gründen will der Verband mit all seinen Unterstützern am Tag der Abstimmung (7. Oktober) vor dem Neuen Rathaus demonstrieren. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr.

Titelfoto: Alexander Bischoff

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