Dieser Sachse hütet Jahr für Jahr das Friedenslicht aus Bethlehem

Von Anke Brod

Leipzig - Im verflixten siebten Jahr beschritt die Erleuchtung im Leipziger Ortsteil Liebertwolkwitz andere Wege. Gemeint ist die Weitergabe des Bethlehemer Friedenslichtes im Corona-Jahr an die Einwohner. In den Vorjahren hatte Ortsvorsteher Roland Geistert (70) von der Wählervereinigung Liebertwolkwitz Unabhängige Vertreter (LUV) die begehrte Flamme stets am Rathaus verteilt. Nach einem pandemiebedingten Fast-Ausfall wurde das jetzt in der evangelischen Kirche zelebriert.

Vor dem schmucken "Wolkser" Rathaus reichte Roland Geistert in den Vorjahren das Friedenslicht an seine Bürger weiter. Diesmal geschah das pandemiebedingt in der Kirche gegenüber.
Vor dem schmucken "Wolkser" Rathaus reichte Roland Geistert in den Vorjahren das Friedenslicht an seine Bürger weiter. Diesmal geschah das pandemiebedingt in der Kirche gegenüber.  © Anke Brod

Die Friedenslicht-Aktion besteht hierzulande seit 1994. Dabei wird eine Kerzenflamme jedes Jahr von den deutschen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbänden (RDP/RdP) sowie Altpfadfindern (VDAPG) unter den Mitmenschen verteilt.

Zuvor gelangt das Licht immer per Flugzeug von Bethlehem nach Wien. Und von hier transportieren es PfadfinderInnen jeweils am dritten Advent nach Deutschland.

Auf allen Stationen darf es nie, nie ausgehen – dann wäre die heilige und heilende Wirkung dahin!

Für die "Wolkser" hatte Roland Geistert das Friedenslicht auch diesmal eigenhändig aus der Kirche in Machern abgeholt. Jenen kostbaren Schatz behütete er bis zum öffentlichen Übergabetermin 21. Dezember wie seinen eigenen Augapfel zu Hause vor dem Erlöschen.

Die Flamme sollte immer bis zum sechsten Januar, dem Feiertag der Heiligen drei Könige, brennen.

Und herrschte im Jahre 2020 keine Pandemie, hätte sie der Ortsvorsteher wie gewohnt per Rahmenprogramm mit Posaunenchor und Orchester auf dem Marktplatz unters Volk gebracht. Das fiel wegen der aktuellen Corona-Lage nun flach.

Licht zur Überwindung der Pandemie

Jedes Jahr hütet der Ortsvorsteher von Liebertwolkwitz, Roland Geistert (70, LUV) das Friedenslicht aus Bethlehem auf seinem Privatgrundstück akribisch wie den eigenen Augapfel.
Jedes Jahr hütet der Ortsvorsteher von Liebertwolkwitz, Roland Geistert (70, LUV) das Friedenslicht aus Bethlehem auf seinem Privatgrundstück akribisch wie den eigenen Augapfel.  © Anke Brod

Dennoch ließ das engagierte Dorfoberhaupt nichts unversucht, der Bürgerschaft trotzdem das Friedenslicht als Symbol für "Hoffnung und Zuversicht und zur Überwindung der Pandemie" zu überbringen.

Dies geschah schließlich unter Infektionsschutzmaßgaben im örtlichen Gotteshaus. Und dort gab es neben dem Gottessegen von Pfarrer Wedow mitsamt Mut machender Ansprache von Roland Geistert als Ersatz für das ausgefallene Outdoor-Event nun Orgelklänge im Warmen!

Geistert zeigte sich am Ende der Veranstaltung recht zufrieden. Er betonte: "Ich freue mich, dass wir das Friedenslicht auch – und gerade – in diesem schwierigen Jahr in die Familien tragen konnten!"

Titelfoto: Anke Brod

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