Dramatischer Rettungseinsatz in Leipzig: Feuerwehr befreit eingeklemmte Katze aus Kippfenster

Von Anke Brod

Leipzig - "Genau aus diesem Grund vermitteln wir nur an Menschen, die bereit sind, ihre Fenster ordentlich zu sichern". Dies postete jetzt die Tiernothilfe Leipzig auf Facebook. In der Georg-Schwarz-Straße war vorigen Montag nämlich eine Katze grausam in einem Kippfensterspalt hängengeblieben.

Die Feuerwehr muss leider regelmäßig eingeklemmte Katzen befreien.
Die Feuerwehr muss leider regelmäßig eingeklemmte Katzen befreien.  © Facebook/Tiernothilfe Leipzig e.V.

"Der Notruf ging bei uns um 14.41 Uhr ein", sagte eine Sprecherin der integrierten Regionalleitstelle TAG24 auf Anfrage.

Wahrscheinlich hatten Nachbarn die Katze im Fenster baumelnd bemerkt. Und so brauste die Leipziger Berufsfeuerwehr schnellstens zu dem hilflos eingeklemmten Tier. 

 Dem Einsatzbericht war später zu entnehmen: "Holen Katze aus Wohnung, Veterinäramt kommt vor Ort." Der Stubentiger konnte also zum Glück lebend gerettet werden. 

"Der Katze geht es besser, sie ist immer noch in stationärer Behandlung", informierte Tierheimleiter Michael Sperlich vom "Ersten Freien Tierschutzverein Leipzig und Umgebung" TAG24 am Freitag. 

Zur Information: Das Tierheim unterhält einen Vertrag mit der Stadt Leipzig und nimmt vom Veterinäramt eingewiesene Tiere auf. Das betrifft Fundtiere, verunfallte Haustiere oder solche aus schlechter Haltung. Bei Gefahr in Verzug und unter Zuziehung der Polizei kann das Veterinäramt auch Wohnungen öffnen lassen.

Unglückskatze darf zum Besitzer zurück

In diesem Fall muss der pelzige Patient aber nicht ins Tierheim. "Der Besitzer ist beteiligt, die Katze wird wieder zu ihm zurückgehen", schilderte Sperlich. Der Halter müsse Tierarzt- und Transportkosten übernehmen. 

Plötzliches Erschrecken durch fremde Geräusche, Jagd auf Insekten oder Vögel können Stubentiger unerwartet zum Sprung durchs Kippfenster verleiten. Passen Kopf, Brust und Bauch noch durch den engen Spalt, bleibt im Unglücksfall meist das Becken stecken. Durch verzweifelte Befreiungsversuche rutschen die Tiere immer tiefer nach unten und stecken schließlich extrem schmerzhaft fest. 

Ein Nylonnetz schafft Sicherheit bei offenen Fenstern und abenteuerlustigen Stubentigern.
Ein Nylonnetz schafft Sicherheit bei offenen Fenstern und abenteuerlustigen Stubentigern.  © Anke Brod

Kippfenster-Katzen sind Notfälle

Schlimme Verletzungen an Knochen, Nerven und Gewebe sind nicht selten. Der Schock kommt hinzu. Tiermediziner sprechen vom "Kippfenster-Syndrom". Typisch seien gelähmte hintere Gliedmaßen. Wegen der abgeklemmten Durchblutung fühlen sich die Katzenbeine kalt an und reagieren kaum auf Berührungen. Zudem können Blutgerinnsel in Bauchgefäßen sowie Organschäden auftreten, ebenso Brüche der Lendenwirbelsäule.

Das alles muss nicht sein. Im Handel gibt es Kippfensterschutz-Vorrichtungen aus Metall. Sie lassen sich ohne Bohren dauerhaft am Fenster befestigen. Wer handwerklich geschickt ist, kann beispielsweise aus Estrichgitter auch selber einen Schutz basteln. 

Kippfenster, ganz offen oder Balkon: Eine Katzensicherung aus reißfestem Material ist sicherlich tausendmal besser als hausgemachtes Tierleid.

Titelfoto: Facebook/Tiernothilfe Leipzig e.V.

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