"Durstexpress" wird zu "Flaschenpost": Hunderte Jobs in Leipzig in Gefahr

Leipzig - Der Oetker-Konzern wird die beiden Getränkelieferdienste Flaschenpost und Durstexpress künftig unter einem einheitlichen Namen führen. "Aus Durstexpress wird Flaschenpost", teilten die Unternehmen mit. Doch diese Änderung bringt Konsequenzen für viele Mitarbeiter mit sich.

"Durstexpress" wird es bald nicht mehr geben. Stattdessen wird künftig alles unter dem Namen "Flaschenpost" laufen.
"Durstexpress" wird es bald nicht mehr geben. Stattdessen wird künftig alles unter dem Namen "Flaschenpost" laufen.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Nach Informationen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sollen die Leipziger MitarbeiterInnen, die bisher bei Durstexpress angestellt werden, nicht automatisch von Flaschenpost weiterbeschäftigt werden. Stattdessen sollen sie sich erst neu im Unternehmen bewerben. Mehrere hundert Arbeitsplätze seien somit bedroht.

"Die Lieferdienste für Essen und Getränke verbuchen im Zuge der Corona-Pandemie Rekordumsätze. Deshalb ist es nicht hinnehmbar, dass die Beschäftigten bei Durstexpress jetzt ihren Job verlieren und sich neu bewerben sollen", findet Jörg Most, der Geschäftsführer der NGG-Region Leipzig-Halle-Dessau.

Stattdessen fordert die Gewerkschaft von Flaschenpost, das bisherige Personal in Leipzig zu den bestehenden Konditionen von Durstexpress weiter zu beschäftigten.

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Ein fairer Betriebsübergang müsse bewerkstelligt werden, bei dem auch alte Arbeitsverträge weiterhin gelten können.

Most äußert scharfe Kritik: "Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen wie Dr. Oetker das Start-up Flaschenpost für eine Milliardensumme kauft, aber nicht dafür sorgt, dass Arbeitnehmerbelange ernst genommen werden."

Außerdem verlangte die NGG, dass Lieferdienste wie Flaschenpost zukünftig deutlich mehr Mitbestimmung der Angestellten zu Themen wie Tarifverträgen und besseren Arbeitsbedingungen ermöglichen.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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