Halbblind und verstoßen: So fand "Dalmatiner"-Lamm "Bounty" ein neues Zuhause

Eilenburg - Josefine Langers Leben wurde gehörig auf den Kopf gestellt, als sie vor acht Tagen ein hilfloses Fellknäuel nahe ihrer Wohnung fand. Lämmchen "Bounty" war von seiner Mutter verstoßen worden. Nun kümmert sie sich um das Schäfchen. Ein "Full-Time-Job", wie sie selbst sagt.

Josefine Langer zusammen mit Hund "Django" und Lämmchen "Bounty" bei ihren täglichen Spaziergängen.
Josefine Langer zusammen mit Hund "Django" und Lämmchen "Bounty" bei ihren täglichen Spaziergängen.  © Dreifilm

"Die Mutter stand abseits und wollte nichts von ihrem Jungtier wissen“, schildert Josi die Situation. "Zusammen mit einer Freundin, der die Herde gehört, haben wir dann versucht, Mutter und Jungtier noch einmal zusammenzubringen, aber das Schaf hat die Kleine aggressiv verstoßen!" 

Weil Josi das schwarz gepunktete Lämmchen nicht einfach seinem Schicksal überlassen wollte, fasste die 19-Jährige einen Entschluss. "Mir war schnell klar, dass ich sie aufpäppeln muss. Wenn ich sie nicht mitgenommen hätte, würde sie jetzt nicht mehr leben!" 

Trotzdem hatte Josie anfangs Zweifel an ihrer Entscheidung. Schließlich leben in Ihrer Wohnung neben Katzenkind "Hope" auch noch die Mischlingsrüden "Snoopy" und "Django". 

"Ich wusste nicht, ob die Hunde mit dem Lamm klar kommen. Aber das klappt hervorragend!" 

Tatsächlich nehmen vor allem "Snoopy" und "Django" Frauchen sogar ein bisschen Arbeit ab. Während Josi die Einkäufe für Ihre tierischen Mitbewohner erledigt, passen die Hunde auf , dass "Bounty" keine Dummheiten macht. Der nur wenige Wochen alte Kater "Home" ist eher fürs Spielen zuständig. 

Doch trotz der artübergreifenden Erziehungshilfe bleibt die Betreuung des Lämmchens für Josi ein "Full-Time-Job", den die Ziehmama nur leisten kann, weil sie sich als Gastro-Angestellte gerade in Kurzarbeit befindet. 

Lämmchen gerettet: "Bounty" wird zum Instagram-Star

Neben regelmäßigen Fütterungen mit angerührter Aufzuchtmilch will "Bounty" natürlich auch die Welt erkunden. "Sie will raus, ist die Erste, die nach dem Füttern vor der Tür steht." 

Damit "Bounty" nicht vor lauter Übermut über die Straße rennt, hat sie ein Halsband samt Leine bekommen. Das war in den ersten Tagen auch nötig, mittlerweile findet Schäfchen die Hundeleine aber irgendwie blöd und wackelt einfach so hinter Josi her. Sehr zum Vergnügen der anderen Spaziergänger: "Wir dachten erst, es sei ein kleiner Hund", lacht Torsten Redlich. 

Der wackelige Gang des kleinen Lämmchens ist übrigens nicht ganz normal. "Bounty ist auf dem rechten Auge blind und wird deshalb immer etwas schräg laufen", erklärt Josi. "Ansonsten beeinträchtigt sie das kaputte Auge nicht, sie kennt es ja nicht anders.“ 

Den zahlreichen Fans des kleinen Rackers ist die Sehschwäche auch egal. Viele haben sich bei Instagram und Facebook an der Namensabstimmung beteiligt, dank der ungewöhnlichen Fellzeichnung hat die Kleine aber auch den Spitznamen "Dalmatiner-Lämmchen" weg.

Titelfoto: Dreifilm

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