Er machte sie unsterblich: Trauer um Schöpfer der Weihnachtsgans Auguste

Von Thomas Gillmeister

Leipzig - Nun wird die "Weihnachtsgans Auguste" von Günter Neubert im Himmel aufgeführt. Denn der Mann, der aus dem Klassiker von Friedrich Wolf ein musikalisches Märchen komponierte, ist mit 85 Jahren gestorben.

Der Leipziger Komponist Günter Neubert (†85) vertonte den Klassiker von der Weihnachtsgans Auguste.
Der Leipziger Komponist Günter Neubert (†85) vertonte den Klassiker von der Weihnachtsgans Auguste.  © Picture Point/Steffen Junghans

Genau in dem Jahr, als der legendäre Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" Premiere hatte, bekam Günter Neubert den Auftrag für ein weihnachtliches Musikstück.

Lust hatte der gebürtige Crimmitschauer eigentlich gar nicht darauf, denn 1973 sollte es ja nichts Christliches sein.

Doch dann drückte ihm ein Freund die legendäre Tiergeschichte von Friedrich Wolf in die Hand. Sein Herz schlug sofort für den Opernsänger Luitpold Löwenhaupt, der sich nicht zu schade war, über Dörfer zu tingeln und auch mal für eine Weihnachtsgans als Lohn zu singen.

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Der Stoff, aus dem Komponistenträume sind.

Weihnachten 1973 wurde das musikalische Märchen das erste Mal aufgeführt. Seitdem trat es seinen Siegeszug in Ost und West an. Auch nach der Wende wurde das Stück zur Weihnachtszeit regelmäßig aufgeführt, begeisterte u.a. im Gewandhaus Leipzig und im Kulturpalast Dresden.

Die Weihnachtsgans Auguste brachte dem Komponisten und Tonmeister unheimliche Popularität ein. Der legendäre Satz vom märchenhaften Opernsänger Luitpold Löwenhaupt wurde zur Lebensmaxime von Günter Neubert: "Etwas muss man doch fürs Herze tun."

Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist seines bereits am 18. November für immer stehen geblieben. Doch seine Kammermusik, seine Orchesterwerke und vor allem seine musikalische Weihnachtsgans Auguste werden weiter leben.

Titelfoto: Picture Point/Steffen Junghans

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