Erneute Warnstreiks im Einzelhandel: "Erwarten deutlich verbessertes Angebot"

Leipzig - Kurz vor der dritten Verhandlungsrunde im Tarifstreit im Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöht.

Bereits Anfang Juli hatten Einzel- und Versandhandels-Beschäftigte in Leipzig gestreikt.
Bereits Anfang Juli hatten Einzel- und Versandhandels-Beschäftigte in Leipzig gestreikt.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

"Solange es keinen Tarifabschluss gibt, werden wir die Streiks im Einzelhandel in Mitteldeutschland fortsetzen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago am Montag.

Schwerpunkte der Warnstreiks lagen am Montag in und um Leipzig sowie Chemnitz und Gera. An den Arbeitsniederlegungen hätten sich etwa 500 Beschäftigte beteiligt.

"Die Umsätze boomen im Lebensmitteleinzelhandel und auch bei den Textilfachgeschäften. Seitdem der Lockdown beendet ist, gibt es keine Gründe mehr, Beschäftigte unterschiedlich zu entlohnen", betonte Lauenroth-Mago.

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Am kommenden Mittwoch (28. Juli) beginnt in Leipzig die dritte Verhandlungsrunde für die 280.000 Beschäftigten im Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anteil und Thüringen.

"Wir erwarten konstruktive Gespräche und ein deutlich verbessertes Angebot, welches für alle Betriebe gilt", hieß es vonseiten der Gewerkschaft.

Forderung nach Erhöhung von Löhnen und Gehältern um 4,5 Prozent

Verdi verlangt eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Zudem fordert die Gewerkschaft ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde Ende Juni einen Dreijahresabschluss angeboten und für das erste Jahr nach zwei Nullmonaten 2 Prozent, für das zweite Jahr 1,4 Prozent und für das dritte Jahr 2 Prozent.

Für Unternehmen, die von der Pandemie betroffen waren, sollen die Erhöhungen je zehn Monate bzw. sechs Monate später gezahlt werden.

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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