Erzieherin aus Halle nach Schlägen bei "Querdenker"-Demo freigestellt

Leipzig/Halle - In Halle ist eine Kita-Erzieherin von ihrem Job freigestellt worden, weil sie auf der Leipziger "Querdenker"-Demo am Wochenende in eine Schlägerei verwickelt gewesen sein soll. 

Der 49-jährige Rechtsextremist Sven Liebich musste sich wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten.
Der 49-jährige Rechtsextremist Sven Liebich musste sich wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Die Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser als Kita-Trägerin reagierte damit auf ein Video, in dem die Erzieherin auf einen Fotografen einschlägt, wie der Geschäftsführer, Dirk Jürgens, am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" (online) über den Schritt berichtet.

"Uns ist es wichtig, die Gesamtsituation zu bewerten", so Jürgens. Es gehe zunächst darum, der Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachzukommen und den Sachverhalt aufzuklären. Andernfalls laufe man Gefahr, in die Auseinandersetzung der extremen Rechten und der extremen Linken hineingezogen zu werden. Ein Anwalt sei eingeschaltet, um auch ein Fehlverhalten der Frau und arbeitsrechtliche Konsequenzen zu prüfen.

Die Erzieherin beschäftigt die Volkssolidarität schon länger. Laut "Mitteldeutscher Zeitung" machten Eltern zuletzt vermehrt Druck, personelle Konsequenzen zu ziehen. Hintergrund sind Berichte über Verbindungen der Frau zu rechtsextremen Kreisen im Sommer. 

Demnach soll sie auch die Lebensgefährtin des bekannten Rechtsextremisten Sven Liebich sein.

Erzieherin distanziert sich von Extremismus jeder Art

Bei der "Querdenken"-Demo in Leipzig kam es zu mehreren Zusammenstößen.
Bei der "Querdenken"-Demo in Leipzig kam es zu mehreren Zusammenstößen.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Mit der Kollegin sei ein längeres Personalgespräch geführt worden, hieß es von dem Kita-Träger.

Die Frau habe ihre Verbindungen zu Demonstrationen in Halle, die ein überregional bekannter Rechtsextremist organisiert, im Team kommuniziert und sich von Extremismus jeder Art distanziert. 

Laut Volkssolidarität gab es von Kollegen und Eltern keine Beschwerden über die Arbeit der Frau.

In Leipzig hatten am Samstag laut Polizei mindestens 20.000 Anhänger der "Querdenken"-Bewegung gegen die Corona-Politik demonstriert. Sie waren aus dem gesamten Bundesgebiet nach Leipzig gereist und hatten massenhaft gegen Corona-Schutzauflagen verstoßen. 

Die Stadt hatte die Versammlung aufgelöst. Die Demonstranten blieben vor Ort und erzwangen einen Gang um den Leipziger Ring. Die Polizei ließ sie gewähren. Es gab Rangeleien und es flog Pyrotechnik. Die Beamten bestätigten, dass Journalisten angegriffen wurden.

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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