"Twitter-Gewitter" bei der Feuerwehr: Ein Tag im Zeichen des Notrufs in Leipzig

Von Christian Grube

Leipzig - Unfälle, Brände, Hilfeleistungen – wenn es schnell gehen muss, wählt man die 112. Seit 1991 ist die Telefonnummer in der Europäischen Union als länderübergreifender Notruf in Betrieb. Um den Euronotruf bekannter zu machen, entschied das EU-Parlament 2007 den 11. Februar zum Tag des Europäischen Notrufs zu machen.

Die Feuerwehr ist am Freitag einige Male zu Einsatzorten in ganz Leipzig unterwegs gewesen – und hat jeden Einsatz via Twitter dokumentiert.
Die Feuerwehr ist am Freitag einige Male zu Einsatzorten in ganz Leipzig unterwegs gewesen – und hat jeden Einsatz via Twitter dokumentiert.  © News5/Grube

Dass dies notwendig ist, zeigte eine Umfrage: Nur durchschnittlich 25 Prozent der Bevölkerung in den Ländern kennen die 112 als EU-weiten Notruf. In Griechenland oder Italien waren es sogar nur fünf bis sieben Prozent, in Polen und Finnland hingegen 54 bis 57 Prozent.

In Deutschland haben sich unzählige Berufsfeuerwehren anlässlich des 11. Februars das sogenannte "Twitter-Gewitter" einfallen lassen. Über zwölf Stunden werden Einsätze, Hintergründe und Informatives getwittert.

Dies soll den Notruf nicht nur bekannter machen, sondern auch die Arbeit der Einsatzkräfte, aber auch der Menschen im Hintergrund zeigen, weiß Pressesprecher der Branddirektion Leipzig Torsten Kolbe zu berichten.

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Die Feuerwehr der Stadt Leipzig ist an diesem Tag besonders aktiv. Man sei erstaunt wie viele Einsätze doch zusammenkommen, fährt Kolbe fort. "Deutschlandweit sind wir im Hashtag #112live heute ganz weit vorn gewesen. Es waren auf jeden Fall schon mehr als 112 Tweets."

Ein Tweet lautete zum Beispiel "Brand 3 – #Marienbrunn. Ein Großaufgebot an Rettungskräften ist auf dem Weg in den Leipziger Süden. Anrufer melden Qualm aus der 9. Etage eines Hochhauses."

Zu einem vermeintlich größeren Brand wurde sie gerufen, alle Vorkehrungen waren getroffen...
Zu einem vermeintlich größeren Brand wurde sie gerufen, alle Vorkehrungen waren getroffen...  © News5/Grube
... doch schließlich stellte sich heraus, dass glücklicherweise nichts Schlimmeres passiert war.
... doch schließlich stellte sich heraus, dass glücklicherweise nichts Schlimmeres passiert war.  © News5/Grube
Torsten Kolbe, der Pressesprecher der Branddirektion Leipzig, ist stolz auf die Leistung seines Teams am gesamten Tag – und auch sonst.
Torsten Kolbe, der Pressesprecher der Branddirektion Leipzig, ist stolz auf die Leistung seines Teams am gesamten Tag – und auch sonst.  © News5/Grube

Bürger sind begeistert und dankbar über diese tolle Aktion

Zwei Löschzüge, Polizei und Rettungsdienst machten sich auf den Weg. Ein Bewohner eines 16-geschossigen Plattenbaus hatte im 9. Stock den Qualm bemerkt. Vor Ort rollten die Kameraden Schläuche aus und betraten das Gebäude. Doch Rauch war nicht zu bemerken.

Vielmehr roch es nach angebranntem Essen. Ein Brand war zum Glück nicht ausgebrochen. Vermutlich hatte ein Bewohner sein Essen zu lang auf dem Herd gehabt und über die Wohnungstür lüften wollen.

Entwarnung für Bewohner und für die Feuerwehr. Der Einsatz war einer der Letzten des Twitter-Gewitters – die Arbeit geht selbstverständlich weiter.

Der Pressesprecher ist erleichtert, dass alles so geklappt hat und bedankt sich bei allen Mitwirkenden – eine echte Teamleistung abseits des direkten Einsatzgeschehens. Doch wie kommt das Ganze bei den Bürgern an?

"Wirklich toll, die Bürger bedanken sich für die Arbeit und sind erstaunt, was es alles so zu berichten gibt. Gleichzeitig ist es auch ein tolles Feedback für die Menschen in den Leitstellen. Wir haben versucht, gerade denen heute einmal ein Gesicht zu geben."

Eins ist sicher – auch am 11. Februar 2023 gibt es wieder ein Twitter-Gewitter mit allerlei spannenden Geschichten aus der Welt der Feuerwehr.

Titelfoto: Bildmontage / News5/Grube / Screenshot/Twitter/Feuerwehr Leipzig

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