Fieser Anschlag auf der Weide: Acht Kühe elendig verendet!

Mügeln - Hinterhältiger Anschlag oder tödliche Fahrlässigkeit? In Mügeln (Nordsachsen) ist eine Kuhherde nach dem Verzehr von Eibennadeln elendig verendet. Die Kripo versucht zu ermitteln, wer den hochgiftigen Gartenabfall auf die Weide warf.

Nur diese beiden "Zottel" sind den Kaisers noch geblieben - sie waren bereits im Stall, als der Anschlag verübt wurde.
Nur diese beiden "Zottel" sind den Kaisers noch geblieben - sie waren bereits im Stall, als der Anschlag verübt wurde.  © Frank Schmidt

Sie kann es noch immer nicht fassen: Als Silke Kaiser (43) morgens mit ihrem Mann Mathias (43) zur Weide am Schrebitzbach ging, um ihre acht Kühe in den Winterstall zu bringen, bot sich den Hobby-Landwirten ein entsetzliches Bild.

"Sieben Kühe lagen tot und mit Schaum vor dem Mund am Boden. Nur die kleinste lebte noch, litt aber Qualen", berichtete die Invalidenrentnerin.

Sofort habe man die Tierärztin gerufen und die noch lebende Kuh in den Stall gebracht. Doch die Medizinerin konnte nichts mehr für die kleine Kuh tun - sie starb ebenfalls. Dafür fiel der Ärztin ein Haufen mit Grünschnitt im hinteren Teil der umzäunten Koppel auf.

"Dort hatte jemand frisch gesägte Äste von Eiben aufgestapelt", erzählt Silke Kaiser erschüttert.

Silke Kaiser zeigt den Haufen mit den illegal abgelegten Eiben-Ästen. Der Täter muss ortskundig gewesen sein.
Silke Kaiser zeigt den Haufen mit den illegal abgelegten Eiben-Ästen. Der Täter muss ortskundig gewesen sein.  © Frank Schmidt
Hobby-Bäuerin Silke Kaiser steht noch immer fassungslos im leeren Stall. Acht Kühe sind auf der Weide an Eibennadeln verendet.
Hobby-Bäuerin Silke Kaiser steht noch immer fassungslos im leeren Stall. Acht Kühe sind auf der Weide an Eibennadeln verendet.  © Frank Schmidt

Absicht oder tödliches Versehen? Kripo ermittelt

Mithin war schnell klar, woran ihre Kühe starben. Denn Eiben sind hochgiftige Zierpflanzen. Das in den Nadeln, der Rinde und im Samen steckende Gift Taxin kann schon in Dosen von wenigen Gramm zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

Wer den Eibenschnitt auf der Koppel abgeladen hat, weiß Silke Kaiser nicht. "Wir haben mit niemandem Streit, keiner hat sich an den Kühen gestört ..." Nachdem die Familie Strafanzeige erstattete, ermittelt nun die Polizei.

Den Kaisers, die ihre Kühe nur für den Hausgebrauch hielten, ist ein Schaden von 8000 Euro entstanden. Eine Versicherung kommt weder für den Verlust der Herde noch für die Entsorgung der Kadaver auf.

"Wir hoffen jetzt, dass wir wenigstens preisgünstig an neue Tiere kommen, denn aufgeben wollen wir auf keinen Fall" so Frau Kaiser.

Titelfoto: Frank Schmidt

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