Demos am Pfingstmontag: LKA ermittelt nach Ausschreitungen in Connewitz

Leipzig - Gleich drei Demonstrationen fanden am Abend des Pfingstmontag in Leipzig statt. Laut Polizei gab es keine größeren Vorkommnisse. Lediglich in einer Situation mussten die Beamten eingreifen.

Unter dem Motto "Fight for your Future" zogen am Montagabend über 400 Demonstranten durch den Leipziger Süden.
Unter dem Motto "Fight for your Future" zogen am Montagabend über 400 Demonstranten durch den Leipziger Süden.  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Die Demo "Fight for your Future LE" war gegen 18 Uhr am Bayerischen Bahnhof gestartet. Von da aus ging es über Arthur-Hoffmann-Straße, Schenkendorfstraße, Bernhard-Göring-Straße, Kurt-Eisner-Straße und die Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Connewitzer Kreuz.

Über 400 Teilnehmer zählte die Polizei. Die Demo selbst soll grundsätzlich friedlich verlaufen sein. "Lediglich in Höhe der Hochschule für Technik und Wissenschaft auf der Karl-Liebknecht-Straße wurde einmal Pyrotechnik gezündet", erklärte Polizeisprecher Olaf Hoppe.

Nachdem sich die Demo jedoch gegen 20 Uhr am Kreuz aufgelöst hatte, soll sich eine Gruppe von etwa 80 Personen herausgelöst haben und über die Wolfgang-Heinze-Straße stadtauswärts weitergezogen sein. Auf Höhe der Selnecker Straße sollen aus der Gruppe heraus Gegenstände auf Einsatzkräfte geworfen worden sein. "Dies geschah im weiteren Verlauf noch mehrfach", so Hoppe. Auch Baustellenmaterial soll geworfen worden sein.

Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei gingen daraufhin gegen die Randalierer vor. Mindestens ein Tatverdächtiger soll festgenommen worden sein. Angaben zu Beschädigungen oder verletzten Personen lagen zunächst nicht vor.

Nachdem die Demo aufgelöst worden war, sollen etwa 80 Teilnehmer noch durch Connewitz gezogen sein und randaliert haben. Dabei wurden auch Baumaterial und andere Gegenstände auf die Polizei geworfen. Die Einsatzkräfte nahmen mindestens einen Tatverdächtigen fest.
Nachdem die Demo aufgelöst worden war, sollen etwa 80 Teilnehmer noch durch Connewitz gezogen sein und randaliert haben. Dabei wurden auch Baumaterial und andere Gegenstände auf die Polizei geworfen. Die Einsatzkräfte nahmen mindestens einen Tatverdächtigen fest.  © Silvio Bürger
In Engelsdorf nahmen zeitgleich etwa 30 Personen an einer Kundgebung unter dem Motto "Gegen Verlängerung der überzogenen Maßnahmen der sogenannten Corona-Pandemie" teil.
In Engelsdorf nahmen zeitgleich etwa 30 Personen an einer Kundgebung unter dem Motto "Gegen Verlängerung der überzogenen Maßnahmen der sogenannten Corona-Pandemie" teil.  © Einsatzfahrten Leipzig

Die beiden zeitgleich stattfindenden Demonstrationen "Für eine aktive Demokratie und die Wahrung der Grundrechte" im Stadtzentrum sowie "Gegen Verlängerung der überzogenen Maßnahmen der sogenannten Corona-Pandemie" in Engelsdorf verliefen ohne relevante Vorkommnisse. 

In der Innenstadt hatten sich etwa 50 Personen zu einem Rundgang durch das Zentrum zusammengefunden, in Engelsdorf 30 Personen einer Kundgebung beigewohnt.

LKA übernimmt Ermittlungen nach Ausschreitungen in Connewitz

Update 16.30 Uhr: Nach den erneuten Ausschreitungen im Leipziger Stadtteil Connewitz hat das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) die Untersuchungen übernommen. "Wir ermitteln wegen schweren Landfriedensbruchs", sagte ein Sprecher der Behörde am heutigen Dienstag in Dresden.

Kurz nach Ende der nach Polizeiangaben friedlichen Versammlung heizte sich die Stimmung auf. Rund 80 Menschen sollen sich laut Polizei von der Demonstration abgespaltet haben. Anschließend kam es zu den Ausschreitungen.

Die Polizei nahm die Personalien einer tatverdächtigen 21-Jährigen auf, festgenommen wurde die Frau nicht, so das LKA.

Im linksalternativ geprägten Stadtteil Connewitz kommt es immer wieder zu Ausschreitungen. Mitte Mai hatten dort etwa 25 Menschen Baustelleneinrichtungen, Paletten und weitere Gegenstände angezündet. Die Flammen schlugen bis zu fünf Meter hoch. Am 1. Mai waren dort Baustelleneinrichtungen in Flammen aufgegangen.

Titelfoto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

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