Frauen, Männer und Kinder in Leipzig verurteilt: Das dunkle Kapitel der Hexenverfolgung

Leipzig - Es ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Stadt: Hexenverfolgung. Seit dem heutigen Donnerstag erinnert am Alten Rathaus in Leipzig eine Gedenktafel an die Opfer.

Vor der Gedenktafel: Christine Rietzke vom Arbeitskreis und der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, Anselm Hartinger.
Vor der Gedenktafel: Christine Rietzke vom Arbeitskreis und der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums, Anselm Hartinger.  © Kulturamt

"Im Alten Rathaus hatten das Stadtgericht und der für ganz Kursachsen tätige Schöffenstuhl ihren Sitz. Beide Gerichte fällten auch Urteile zu Zauberei und Hexerei", heißt es auf der neuen Tafel am Durchgang zum Naschmarkt.

"Von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zum Jahr 1730 wurden mindestens 250 Frauen, Männer und Kinder verurteilt - davon 72 zum Tod. Das damit verbundene Leid mahnt heute zu Toleranz, Gerechtigkeit und Wahrung der Menschenwürde."

Wie das Kulturamt der Stadt mitteilt, sollen in Leipzig 35 Prozesse zwischen den Jahren 1479 und 1730 stattgefunden haben.

Zwar habe es jeden treffen können, doch 80 Prozent der Opfer seien Frauen gewesen.

Die Initiative zum Gedenkort gehe auf einen Antrag des Beirates für Gleichstellung zurück.

Der "Arbeitskreis zur Aufarbeitung der Hexenverfolgung in Leipzig/Sachsen" habe sich zudem mit der Geschichte befasst und die Finanzierung durch die Stadt mir dem Sammeln von Spenden unterstützt.

Titelfoto: Kulturamt

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