Friedliche LinX-Demo in Leipzig? Eskalation wäre "kontraproduktiv für die Szene"

Leipzig - Der sächsische Verfassungsschutz erwartet einen im Wesentlichen friedlichen Verlauf der "Wir sind alle LinX"-Demonstration an diesem Samstag in Leipzig.

Während sich die Polizei in Leipzig auf einen Großeinsatz vorbereitet, für den auch Wasserwerfer bereitstehen, rechnet der sächsische Verfassungsschutz mit einer friedlichen Demo. (Archivbild)
Während sich die Polizei in Leipzig auf einen Großeinsatz vorbereitet, für den auch Wasserwerfer bereitstehen, rechnet der sächsische Verfassungsschutz mit einer friedlichen Demo. (Archivbild)

Eine Eskalation aus der Versammlung heraus wäre für die Szene eher kontraproduktiv, erklärte der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz, Dirk-Martin Christian, am Freitag.

"Szenetypische Provokationen gegenüber der Polizei" seien jedoch einzukalkulieren. Dazu zählten Beleidigungen oder das Zünden von Pyrotechnik. Nach der eigentlichen Demo könne es zu Spontanversammlungen kommen und es seien auch Straftaten Einzelner nicht auszuschließen.

Die Veranstalter, das Kampagnenbündnis "Wir sind alle LinX", sind laut Verfassungsschutz als nicht-extremistisch einzustufen.

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Am 8. Mai dieses Jahres habe das Bündnis bereits eine Demonstration in Leipzig organisiert, die störungsfrei verlaufen sei.

Zu der Demonstration sind laut Stadt 3000 Teilnehmer angemeldet worden. Die Veranstalter haben bundesweit dafür mobilisiert.

Hintergrund ist der Prozess gegen die Studentin Lina E. und drei Mitangeklagte aus Leipzig und Berlin wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung. Die Generalbundesanwaltschaft wirft ihnen vor, zwischen 2018 und 2020 Menschen aus der rechten Szene brutal attackiert zu haben.

LinX-Demo in Leipzig: Polizei bereitet sich auf Großeinsatz vor

Wegen der Demonstration bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz vor. Wie die Polizeidirektion am Freitag mitteilte, werden am Samstag neben Einsatzkräften aus Sachsen auch die Bundespolizei sowie Unterstützung aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Leipzig sein. Ein Hubschrauber solle über der Stadt kreisen. Auch Wasserwerfer stünden zur Verfügung.

Das Bündnis, das die Demo organisiert, kritisierte am Freitag, dass die Polizei und der sächsische Verfassungsschutz versuchten, ein Bedrohungsszenario aufzubauen. "Wir können darauf nur antworten, dass unser Anliegen legitim und notwendig ist", erklärte das Bündnis.

Titelfoto: privat

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