Gil Ofarims Anwalt schießt gegen "Westin"-Hotel: "Kein Beitrag zur Wahrheitsfindung"

Leipzig - Der Fall um Gil Ofarim (39) gibt weiterhin Rätsel auf. Ein vom Leipziger Hotel "Westin" beauftragter Untersuchungsbericht wirft ein neues Licht auf die schweren Antisemitismus-Vorwürfe des Sängers. Nun hat sich Ofarims Anwalt zu Wort gemeldet.

Was ist am Abend des 5. Oktober im Leipziger Hotel "Westin" passiert? Der Fall Gil Ofarim (39) gibt weiterhin Rätsel auf.
Was ist am Abend des 5. Oktober im Leipziger Hotel "Westin" passiert? Der Fall Gil Ofarim (39) gibt weiterhin Rätsel auf.  © Tobias Hase/dpa

Am Abend des 5. Oktober soll dem 39-Jährigen im Foyer des Hotels der Check-In verweigert worden sein. Laut einem emotionalen Video des Musikers war eine Kette mit Davidstern-Anhänger der Grund dafür. Ofarim soll aufgefordert worden sein, den "Stern einzupacken".

Nachdem bereits ein Überwachungsvideo Zweifel an dieser Darstellung weckte - die Kette ist in den Aufnahmen nicht zu sehen -, wirft ein Gutachten weitere Fragen auf.

Die Zeit hatte die Ergebnisse der vom "Westin" in Auftrag gegebenen internen Untersuchung der Kanzlei Pauka & Link am Mittwoch veröffentlicht. Demnach habe kein Zeuge Ofarims Version bestätigt. Stattdessen soll der Sänger ausfällig geworden sein und mit einem "viral gehenden" Video gedroht haben.

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Eine Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Ofarims Anwalt Markus Hennig teilte im Namen seines Mandanten mit, dass mit der Staatsanwaltschaft von Anfang an verabredet worden sei, "dass Herr Ofarim nicht einer Untersuchung zuarbeiten wird, die vom Hotel beauftragt wurde, sondern dass er auf unabhängige staatliche Ermittlungen vertraut und diese unterstützt". Diese sollten den Verantwortlichen vorbehalten bleiben.

Und weiter: "Ein vom Hotel bezahlter Untersuchungsbericht wird genauso wie zuvor an die Medien gespielte unvollständige Videosequenzen kein Beitrag zur Wahrheitsfindung sein."

Der Staatsanwaltschaft liegen zu dem Fall mehrere Anzeigen vor - von Ofarim selbst und auch von dem beschuldigten Hotelmitarbeiter.

Titelfoto: Tobias Hase/dpa

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