"Schnell und unbürokratisch": Grüne wollen Gastronomie mit Modellprojekt unterstützen

Leipzig - Leipzigs gastronomische Einrichtungen sind regelrecht gebeutelt von den Maßnahmen, die die Corona-Pandemie zur Folge hatten. Die Grünen wollen Abhilfe schaffen.

Um Leipzigs Gastronomen in dieser schwierigen Zeit zu helfen, sollen die Freisitze in der Gottschedstraße vergrößert werden.
Um Leipzigs Gastronomen in dieser schwierigen Zeit zu helfen, sollen die Freisitze in der Gottschedstraße vergrößert werden.  © Juliane Bonkowski

Bereits vergangene Woche teilte die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Presseerklärung mit, dass die Ausweitung der Freisitzflächen in der Sommersaison ein geeignetes Mittel seien, um Leipziger Gastronomen unbürokratisch zu helfen.

Der Fokus liegt besonders auf der Gottschedstraße in der Innenstadt und der Münzgasse im Zentrum-Süd.

Wie Oberbürgermeister Burkhard Jung seinerzeit ankündigte, soll in den nächsten Tagen eine Entscheidung über mehr Freisitzflächen in der Stadt getroffen werden.

"Ich habe weiterhin die Hoffnung, dass der Oberbürgermeister sich der Sache nochmals annimmt und das Potenzial unserer Idee erkennt", erklärt Stadtrat Tim Elschner auf Nachfrage von TAG24.

"Wir wollen natürlich, dass unser Anliegen so schnell wie möglich umgesetzt und der Gastronomie unbürokratisch geholfen wird", so Elschner weiter.

Zum einen wolle man den gastronomischen Einrichtungen so viel Umsatz wie möglich verschaffen, was jedoch durch nahezu halbierte Bestuhlung in den Innenräumen der Lokale erschwert wird. Zum anderen sollen Gehwege dennoch auch genügend Platz für Fußgänger bieten. Trotzdem müssen die in diesen Zeiten geltenden Abstandsregeln eingehalten werden.

Ideen und Stadtratsbeschlüsse liegen seit Jahren vor

Parkplatzflächen sollen zur temporären Ausweitung der Freisitzflächen dienen.
Parkplatzflächen sollen zur temporären Ausweitung der Freisitzflächen dienen.  © Juliane Bonkowski

Ideen beispielsweise zu verkehrsberuhigten Zonen gibt es seit Jahren viele. Einen im Jahr 2012 von Spaziergangforscher Bertram Weisshaar vorgebrachten Vorschlag, aus der Gottschedstraße eine Flaniermeile zu machen, griffen die Grünen bereits damals auf. Der entsprechende Antrag verlief im Sande.

"Es gibt den Stadtratsbeschluss zum Thema Kollonadenviertel und Nahmobilität aus dem Jahr 2016, da ist die Idee Flaniermeile auch nochmal aufgegriffen und es ist bis heute noch nicht umgesetzt."

Und weiter: "Jetzt ist wirklich der Punkt, einfach mal ein Modellprojekt einzurichten. Dabei müssen wir noch nicht an einen Straßenumbau denken [...], da wollen wir einfach etwas für einen längeren Zeitraum ausprobieren und schauen, ob das funktionieren kann."

In Anbetracht der jetzigen Situation mache es wenig Sinn, wenn man erst in zwei oder drei Monaten etwas zu diesem Vorschlag höre.

Vor allem in der westlichen Gottschedstraße gibt es nur schmale Gehwege, die kaum von den gastronomischen Einrichtungen genutzt werden können.
Vor allem in der westlichen Gottschedstraße gibt es nur schmale Gehwege, die kaum von den gastronomischen Einrichtungen genutzt werden können.  © Juliane Bonkowski

Andere Städte in Deutschland und Europa sieht Elschner als Vorbild. "Man sieht ja in Brüssel, Ulm, Berlin usw., dass überall kreativ gedacht wird. Und bei uns?"

Titelfoto: Juliane Bonkowski

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