Großer Demo-Tag in Leipzig: Autokorsos und Gegen-Proteste sorgen für Ausnahmezustand

Leipzig - Großer Demo-Samstag in Leipzig: Gegner der Corona-Maßnahmen mobilisieren unter Titeln wie "Mit Vollgas ins neue Leben" und "Fahrt euch frei!" zum Autokorso in die Messestadt. Dem will sich ein breites Bündnis aus Initiativen, Vereinen und Politikern entgegenstellen.

Ein breites Bündnis rund um das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" will sich den Corona-Demonstranten entgegenstellen.
Ein breites Bündnis rund um das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" will sich den Corona-Demonstranten entgegenstellen.  © Carolina Neubert

Aus mehreren Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts wollen Corona-Demonstranten über verschiedene Routen mit ihren Autos anreisen und durch Leipzig fahren.

Unter dem Motto "Querdenken ausbremsen" wurden hingegen drei Fahrrad-Demos, ein Motorrad-Korso und eine Kundgebung als Gegen-Proteste angemeldet.

Eine Übersicht über alle 13 Versammlungen findet Ihr >>>hier.

Es gehe vor allem darum zu verhindern, dass die Autokorso-Teilnehmer über den Innenstadtring fahren, sagte Landtagsabgeordneter Marco Böhme (31, Linke): Man werde "auch versuchen diesen Autokorso zu stören, vielleicht sogar auch zu blockieren."

Irena Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" stimmte zu: "Von unserer Perspektive darf es hier auf keinen Fall irgendwelches 'Querlenken' in der Innenstadt geben. Wenn die Polizei das nicht hinbekommt, müssen wir das selber machen."

Großeinsatz für Polizei, Verkehrseinschränkungen für Bevölkerung

Einstand für Leipzigs neuen Polizeipräsidenten: René Demmler (49) spricht von einer "enormen Herausforderung".
Einstand für Leipzigs neuen Polizeipräsidenten: René Demmler (49) spricht von einer "enormen Herausforderung".  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Polizei bereitet sich unterdessen auf einen Großeinsatz vor. Die Leipziger Beamten werden am heutigen Samstag von der sächsischen Bereitschaftspolizei und Einsatzkräften aus sechs Bundesländern unterstützt.

Mehrere Hubschrauber sollen eingesetzt werden, zudem stehen Wasserwerfer bereit, wie die Polizeidirektion Leipzig mitteilte.

"Die vorhandene Dynamik" werde "eine enorme Herausforderung sein", so Leipzigs neuer Polizeipräsident René Demmler (49). "Diese resultiert aus den unterschiedlichen, teilweise höchst mobilen Protestformen sowie den zum Teil sehr gegensätzlichen politischen Meinungen, die am 6. März 2021 aufeinander treffen."

Die Bevölkerung müsse sich auf Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet sowie auf den umliegenden Autobahnen einstellen.

Eskalierte "Querdenken"-Demo im Herbst

Im vergangenen November erzwangen sich sogenannte "Querdenker" einen Marsch über den Leipziger Innenstadtring.
Im vergangenen November erzwangen sich sogenannte "Querdenker" einen Marsch über den Leipziger Innenstadtring.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Im vergangenen November war eine Demonstration von Kritikern der Corona-Maßnahmen völlig aus dem Ruder gelaufen und hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Mehrere zehntausend Teilnehmer hatten sich in der Innenstadt versammelt und reihenweise gegen Corona-Auflagen verstoßen.

Als die Stadt schließlich die Versammlung auflöste, erzwangen die Demonstranten einen Marsch über den geschichtsträchtigen Leipziger Innenstadtring.

Titelfoto: Carolina Neubert

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