"Die Bilderkriegerin": Drehstart für neuen ZDF-Film in Halle

Halle (Saale) - 2014 starb die deutsche Fotojournalistin Anja Niedringhaus (†48) bei einem Anschlag in Afghanistan. Sechs Jahre später erinnert das ZDF mit einem neuen Film an das Leben der international anerkannten Fotografin. In Halle war nun der Drehstart für "Die Bilderkriegerin".

Antje Traue als Anja Niedringhaus in "Die Bilderkriegerin".
Antje Traue als Anja Niedringhaus in "Die Bilderkriegerin".  © ZDF/Ishka Michocka

Wie der öffentlich-rechtliche Sender mitteilte, soll sich der Film sowohl dem Leben als auch Schaffen von Anja Niedringhaus (im Film gespielt von Antje Traue) widmen und dabei aus Spielfilm- und Dokumentarteilen bestehen.

Erzählstoff gab es für Drehbuchautor Yury Winterberg mit Sicherheit zu genüge. 

Immerhin war Anja Niedringhaus bereits mit 26 Jahren nach Sarajewo gereist, um als Fotografin für die European Pressphoto Agency zu berichten. Bei ihrem ersten Einsatz soll sie von Heckenschützen unter Beschuss genommen worden sein, dank einer kugelsicheren Weste jedoch überlebt haben. Mit Unterbrechungen berichtete sie fast drei Jahre lang aus dem Kriegsgebiet.

Nach ihrem Einsatz in Jugoslawien verschlug es Niedringhaus in den Kosovo , den Irak und nach Afghanistan. 2001 wechselte sie zur zur renommiertesten Bildagentur der Welt, der Associated Press (AP). 

Die wahre Anja Niedringhaus, fotografiert von ihrem Associated-Press-Kollegen Peter Dejong. (Archivbild)
Die wahre Anja Niedringhaus, fotografiert von ihrem Associated-Press-Kollegen Peter Dejong. (Archivbild)  © Peter Dejong/ap/dpa
1992, im Alter von 26 Jahren, reiste Niedringhaus erstmals nach Sarajevo, um über den Jugoslawien-Krieg zu berichten. Drei Jahre lang nahm sie - mit Unterbrechungen - an Einsätzen in dem Kriegsgebiet teil. 1995 entstand dabei dieses Bild von französischen Soldaten der Internationalen Friedenstruppe Bosnien (IFOR) im Stadtteil Dobrinja in Sarajevo.
1992, im Alter von 26 Jahren, reiste Niedringhaus erstmals nach Sarajevo, um über den Jugoslawien-Krieg zu berichten. Drei Jahre lang nahm sie - mit Unterbrechungen - an Einsätzen in dem Kriegsgebiet teil. 1995 entstand dabei dieses Bild von französischen Soldaten der Internationalen Friedenstruppe Bosnien (IFOR) im Stadtteil Dobrinja in Sarajevo.  © Anja Niedringhaus/epa/dpa
Diese Mutter und ihren Sohn fotografierte Anja Niedringhaus im Jahr 2003, als sie sich gerade auf der Flucht aus der irakischen Stadt Basra befanden.
Diese Mutter und ihren Sohn fotografierte Anja Niedringhaus im Jahr 2003, als sie sich gerade auf der Flucht aus der irakischen Stadt Basra befanden.  © Anja Niedringhaus/AP/Käthe-Kollwitz-Museum/dpa
Ihre Fotografien wurden immer wieder ausgestellt, wie beispielsweise 2019 im Düsseldorfer Kunstpalast.
Ihre Fotografien wurden immer wieder ausgestellt, wie beispielsweise 2019 im Düsseldorfer Kunstpalast.  © Federico Gambarini/dpa
Und auch diese Szene hielt Niedringhaus fest: Ottmar Hitzfeld wird von den Spielern des FC Bayern gefeiert, nachdem sie 2001 die Champions League geholt haben.
Und auch diese Szene hielt Niedringhaus fest: Ottmar Hitzfeld wird von den Spielern des FC Bayern gefeiert, nachdem sie 2001 die Champions League geholt haben.  © Anja Niedringhaus/epa/dpa

Bis zu ihrem Tod im Jahr 2014 berichtete Niedringhaus nicht nur aus Kriegsgebieten, sondern auch von wichtigen Sportereignissen. So war sie jedes Jahr bei den Wimbledon Championships dabei.

Die Dreharbeiten für den Film unter der Regie von Roman Kuhn und Sonya Winterberg sollen bis 2. November andauern. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

Titelfoto: ZDF/Ishka Michocka

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