Hitze in Deutschland: So könnt Ihr den Sommer für Pflanzen und Tiere erträglicher machen

Leipzig - Temperaturen, die an der 40-Grad-Marke kratzen, Dürre und kein Regen in Sicht. Die aktuelle Hitzewelle macht es nicht nur den Menschen schwer, auch die Pflanzen- und Tierwelt leidet erheblich darunter. TAG24 hat beim Leipziger Naturschutzbund nachgefragt, was Ihr tun könnt, um der Natur den Sommer erträglicher zu machen.

Nicht nur wir Menschen, auch Pflanzen und Tiere leiden aktuell unter der Hitze. Wichtig ist auch für sie, Wasser zur Verfügung zu haben. (Archivbild)
Nicht nur wir Menschen, auch Pflanzen und Tiere leiden aktuell unter der Hitze. Wichtig ist auch für sie, Wasser zur Verfügung zu haben. (Archivbild)  © Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa

"Das akute Problem ist natürlich das Wasser. Also wichtiger als Futterstellen für die Tiere ist es aktuell, ihnen Trinkmöglichkeiten zu geben", sagt René Sievert, Vorsitzender des NABU Leipzig und stellvertretender Vorsitzender des NABU Sachsen.

Wer auf seinem heimischen Grundstück einen Teich besitzt, könne dazu sicherstellen, dass dieser auch für die Tierwelt zugänglich ist. "Wichtig ist es dabei, dass die Ufer so gestaltet sind, dass sie nicht zur Falle werden, die Tiere also auch wieder rauskommen."

Auf dem eigenen Balkon oder dem städtischen Hof könnten hingegen Trinkmöglichkeiten aufgestellt werden. Wichtig dabei: Sie sollten sicher und beispielsweise nicht von Katzen erreichbar sein. "Selbst in der städtischen Grünanlage könnte man sie in den Ast hängen. Wichtig ist dabei, dass man sie gut betreut."

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Ideal sind dem Experten zufolge zwei Gefäße, die man täglich wechseln und reinigen kann. "Wichtig ist es dabei aber auch, die Tierwelt im Auge zu behalten. Wenn beispielsweise kranke Tiere diese Möglichkeiten nutzen, dann sollte man das auch wieder beenden, weil sich diese Krankheiten sonst ausbreiten können."

Bei Pflanzen gilt: Da gießen, wo es aufgenommen wird

Bei der Pflanzenpflege empfiehlt NABU-Chef René Sievert, möglichst punktuell zu gießen und das am besten morgens oder abends.
Bei der Pflanzenpflege empfiehlt NABU-Chef René Sievert, möglichst punktuell zu gießen und das am besten morgens oder abends.  © Christin Klose/dpa-tmn

Langfristig, so erklärt der NABU-Vorsitzende, sei es wichtig, Lebensräume so zu gestalten, dass Tiere auch in solchen Extremsituationen Nahrung und Unterschlupf finden können. "Wer also einen Garten hat, sollte sichergehen, dass es dort Rückzugsmöglichkeiten gibt und Pflanzen die Schatten spenden."

Kompost- und Reisighaufen sowie Laub bieten Tieren Schutz vor der Sonne und Möglichkeiten, sich zu verkriechen sowie Schutz und auch Nahrung zu finden.

In puncto Pflanzenwelt sei es wichtig, den Boden des heimischen Gartens nicht austrocknen zu lassen. Auch da helfe es, Laub und Schnittgut liegen oder eine dichte Krautschicht wachsen zu lassen. "Natürlich stellt sich dann auch mal die Frage nach dem Gießen."

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Dabei gelte: Möglichst in den Morgen- und Abendstunden und möglichst punktuell da, wo das Wasser auch aufgenommen wird.

Störche können Jungtiere nicht versorgen

Ein Storch auf einem Feld bei Leipzig. Die Trockenheit wirkt sich auch auf die Nahrungsquellen der Vögel aus. (Archivbild)
Ein Storch auf einem Feld bei Leipzig. Die Trockenheit wirkt sich auch auf die Nahrungsquellen der Vögel aus. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

René Sievert zufolge sind die Hitze- und Dürreperioden eine enorme Belastung sowohl für einzelne Lebewesen als auch verschiedene Arten.

"Wir bemerken das gerade ganz dramatisch bei den Störchen, deren Nester oftmals mit Kameras versehen sind. Die Menschen reagieren immer ganz verzweifelt, wenn sie sehen, dass nicht alle Jungtiere durchgebracht werden können", nennt der Naturschützer ein Beispiel. "Die Eltern finden nicht genug Futter für sie. Sie bekommen ihre Nahrung aus Feuchtgebieten. Wenn es aber so lange trocken ist, dann sind die irgendwann weg und dann kommen von den vier geschlüpften Jungtieren im schlimmsten Fall auch nur ein bis zwei durch."

Solltet ihr derzeit verletzte oder möglicherweise erschöpfte Tiere finden, empfiehlt der Experte, diese an einen sicheren Ort zu bringen und sich dann zunächst Rat einzuholen, bevor Ihr ihnen beispielsweise Wasser gebt. "Vögel trinken beispielsweise auf eine andere Art und für sie kann das dann auch schädlich sein."

Anlaufstellen in Leipzig sind dazu unter anderem die Wildvogelhilfe des NABU, die Igelfreunde und mitunter gebe es auch auf Wildtiere spezialisierte Tierärzte. "Da muss man sich dann aber auch bewusst sein, dass es mitunter etwas kostet."

Titelfoto: Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa

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