"Hören Sie auf, er stirbt": Fahrgast in Leipzig von Kontrolleur gewürgt

Leipzig - Die Polizei ermittelt nach einer Auseinandersetzung vor einer Leipziger Straßenbahn wegen des Verdachts auf Körperverletzung gegen einen Kontrolleur der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) und einen Fahrgast, den er gewürgt haben soll.

Der LVB-Mitarbeiter hält einen Fahrgast im Würgegriff fest.
Der LVB-Mitarbeiter hält einen Fahrgast im Würgegriff fest.  © Screenshot/Twitter/kreuzer_leipzig

Der Vorfall habe sich bereits am Donnerstagabend ereignet, sagte ein Sprecher der Leipziger Polizei am Samstag.

Nach aktuellem Ermittlungsstand seien ein 28 Jahre alter Fahrgast und seine 27 Jahre alte Begleiterin ohne Fahrschein und Ausweis in der Bahn kontrolliert worden. Sie hätten sich nach Angaben der LVB-Mitarbeiter "renitent" verhalten, sagte der Polizeisprecher.

Als sie aus der Bahn ausstiegen, kam es demnach zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit den Kontrolleuren. Dabei hielt ein 56 Jahre alter Angestellter der LVB den 28-Jährigen den Angaben zufolge im Würgegriff am Boden fest.

Ein Video, das von Mitarbeitern des Stadtmagazins "Kreuzer" am Freitagabend veröffentlicht und von Medien aufgegriffen wurde, soll die Szene zeigen.

Als die Polizei eintraf, habe sich die Lage bereits wieder friedlich dargestellt, sagte der Sprecher.

Die Verkehrsbetriebe teilten am Freitagabend mit, der LVB-Kontrolleur sei mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt worden. "Eine solche Eskalation, wie es die Bilder im Video zeigen, ist für uns nicht akzeptabel", hieß es etwa bei Twitter.

UPDATE 11.45 Uhr:

Wie die Leipziger Polizei am heutigen Samstagvormittag mitteilte, handelt es sich bei den Fahrgästen um einen 28-jährigen Australier und eine 27-jährige Isländerin. Ihre Identität konnte erst an ihrer Wohnadresse zweifelsfrei festgestellt werden, da beide keine Ausweisdokumente bei sich hatten.

Der Notruf ist laut Polizei gegen 17.45 Uhr eingegangen, weil die Fahrgäste die Kontrolleure angegriffen haben sollen. Einen zweiten Notruf erhielt die Polizei von einem Zeugen, der den Rettungsdienst anforderte.

Eine medizinische Versorgung sei beim Eintreffen der Rettungskräfte nicht notwendig gewesen.

Details zum genauen Ablauf der Auseinandersetzung wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt.

Es seien mehrere Strafanzeigen gestellt worden, unter anderem wegen wechselseitiger Körperverletzung, des Erschleichens von Leistungen sowie des Diebstahls eines Fahrausweiskontrollgerätes.

Titelfoto: Screenshot/Twitter/kreuzer_leipzig

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