Justizministerin Lambrecht will härter gegen Verstöße auf Corona-Demos vorgehen

Leipzig/Berlin - Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (55, SPD) hat angesichts der Ereignisse in Leipzig am Wochenende ein härteres Vorgehen bei Verstößen auf Corona-Demos gefordert.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (55, SPD) bei einer Pressekonferenz in Berlin.
Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (55, SPD) bei einer Pressekonferenz in Berlin.  © Christoph Soeder/dpa

"Ich wünsche mir ein konsequentes Durchgreifen. Wenn Demonstrationen stattfinden, aber klar ist, hier wird gegen Auflagen verstoßen, dass dann zügig und konsequent aufgelöst wird", sagte die SPD-Politikerin am Dienstag im RTL/n-tv "Frühstart". Nur so seien die Corona-Einschränkungen in anderen Bereichen zu rechtfertigen. 

"Wie soll ich denn jemandem erklären, dass die Hochzeitsfeier aufgelöst wird, weil man sich nicht an Auflagen hält, aber bei Demonstrationen lässt man es laufen?", wollte die Justizministerin wissen.

In Leipzig habe es Angriffe auf Polizisten und Journalisten gegeben, sagte Lambrecht. "Das geht nicht. Und da muss der Staat auch deutlich machen, wer in diesem Land das Gewaltmonopol hat." 

Es sei gut und richtig, dass auch in der derzeitigen Situation demonstriert werde. Dies müsse aber friedlich geschehen (mehr Stimmen zu den Vorkommnissen in Leipzig findet Ihr >>> hier).

In Leipzig hatten am Wochenende tausende "Querdenker" demonstriert. Es war zu unzähligen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung, Angriffen auf Polizeibeamte und Attacken auf Medienvertreter gekommen.
In Leipzig hatten am Wochenende tausende "Querdenker" demonstriert. Es war zu unzähligen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung, Angriffen auf Polizeibeamte und Attacken auf Medienvertreter gekommen.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Am Samstag hatten sich in Leipzig mindestens 20.000 "Querdenker" versammelt. 

Nach Auflösung der Kundgebung zogen die Menschen über den Leipziger Ring. Obwohl Aufzüge derzeit gemäß Corona-Schutzverordnung gar nicht erlaubt sind, ließ die Polizei die Menge gewähren. Am Ende tanzten Menschen in der Innenstadt - von Abstand und Masken war nichts mehr zu sehen. 

An Polizeisperren gab es Rangeleien, es flog Pyrotechnik. Zudem wurden Journalisten angegriffen.

Titelfoto: Montage: Christoph Soeder/dpa + Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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