Kippenverbot auf Spielplätzen, Haltestellen und Eingängen: Leipzig macht Rauchern Dampf

Leipzig - In Leipzig könnte es bald ein generelles Rauchverbot auf Spielplätzen geben. Auch Eingangsbereiche öffentlicher Gebäude und Straßenbahn-Haltestellen sollen rauchfrei werden.

Mit der Kippe auf den Spielplatz - das soll in Leipzig bald verboten sein.
Mit der Kippe auf den Spielplatz - das soll in Leipzig bald verboten sein.  © dpa/Peter Endig

Es ist eine Initiative des Jugendparlaments, die den Weg in den Stadtrat und dort bereits breite Unterstützung fand. 

Das Passivrauchen stelle gerade für Kinder ein erhebliches Risiko dar, weil sie besonders empfindlich auf die Giftstoffe im Tabakrauch reagieren, heißt es in der Beschlussvorlage der Jugendvertretung.

Sie bezieht sich damit auf die wissenschaftliche Arbeit des Kinderpneumologen Dr. Freerk Prenzel (44). 

Seit Jahren warnt der Wissenschaftler der Universität Leipzig vor den Folgen des Passivrauchens bei Kindern - die von häufigen Mittelohrentzündungen, Lungeninfektionen, Asthma, Stoffwechselstörungen bis hin zu Krebserkrankungen reichen. 

Mit einem Rauchverbot auf Spielplätzen würde die Messestadt Chemnitz und Görlitz folgen, die das bereits ihn ihren Grünanlagensatzungen verankert haben.

Weggeworfene Kippen am Spielplatz sind auch eine Gefahr für Kleinkinder, die sich Dinge oft gedankenlos in den Mund stecken.
Weggeworfene Kippen am Spielplatz sind auch eine Gefahr für Kleinkinder, die sich Dinge oft gedankenlos in den Mund stecken.  © Christof Heyden

Rauchverbot in Leipzig wird am 8. Juli im Stadtrat entschieden

Auch in Parkanlagen sollten Rauchverbotszonen geschaffen werden, insbesondere auf Spielwiesen. Diesen Beschlussvorschlag brachten die Grünen ein.
Auch in Parkanlagen sollten Rauchverbotszonen geschaffen werden, insbesondere auf Spielwiesen. Diesen Beschlussvorschlag brachten die Grünen ein.  © dpa/Rolf Vennenbernd

Die Leipziger Anti-Rauch-Initiative geht jedoch noch weiter. Auch die Eingangsbereiche öffentlicher Gebäude sollen fortan zu rauchfreien Zonen deklariert werden. Es sei ein Unding, dass Nichtraucher gezwungen sind, durch Rauch zu gehen, wenn sie Amtsgänge erledigten, argumentiert das Jugendparlament. 

Die Linke-Fraktion, die wie die Grünen den Antrag unterstützt, hat ihn sogar noch erweitert - um ein Rauchverbot in Fahrgastunterständen an Haltestelle von Bus, Tram und S-Bahn.

Vermutlich noch vor der Sommerpause, auf der Ratsversammlung am 8. Juli, wird der Stadtrat über die Rauchverbote abstimmen. 

Titelfoto: dpa/Peter Endig

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