Klima-Aktivisten: Aufmerksamkeit durch Aktionen im "rechtlichen Graubereich"

Leipzig - Mehrere Klimaschutz-Bewegungen haben angekündigt, dass sie ihren Zielen auch mit Aktionen im "rechtlichen Graubereich" Nachdruck verleihen wollen.

Derzeit findet das Klimacamp Leipziger Land statt. Dort kamen Vertreter verschiedener Klima-Bündnisse zusammen, um gemeinsame Ziele zu formulieren.
Derzeit findet das Klimacamp Leipziger Land statt. Dort kamen Vertreter verschiedener Klima-Bündnisse zusammen, um gemeinsame Ziele zu formulieren.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Nur so lasse sich ausreichend Aufmerksamkeit für Themen generieren, sagte ein Sprecher der "IG Nachtflugverbot", die Anwohnerinnen und Anwohner am Flughafen Leipzig/Halle vertritt, am Montag auf dem Gelände des Klimacamps am Störmthaler See bei Leipzig.

Bei dem Klimacamp Leipziger Land waren Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Klima-Bündnisse vor Ort, um gemeinsame Ziele zu formulieren.

"Wir haben erkannt, dass die Verkehrswende vielfältige Dimensionen hat und es verschiedene Gerechtigkeitsaspekte gibt", sagte eine Sprecherin der Initiative "Robin Wood". Es gebe zwar immer mehr Klimabewegungen, Ziel sei es aber, gemeinsame Gegner auszumachen.

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Vertreten waren unter anderem Initiativen, die an Baumbesetzungen im Dannenröder Forst, an Aktionen auf Flughäfen oder Protesten gegen den Bau von Autobahnen beteiligt waren.

"Die Flughafenblockade hat viel Aufmerksamkeit bekommen. Deshalb stehen wir als Gruppe voll hinter der Aktion", sagte der Sprecher der "IG Nachtflugverbot". Der Verein selbst habe jahrelang legale Aktionen und Verfahren organisiert, um ein Nachtflugverbot am Airport Halle/Leipzig zu erreichen, sei aber kaum beachtet worden.

Schwerpunkt des Leipziger Klimacamps: Der Flughafenausbau

Mitte Juli hatten 54 Aktivisten der Initiative "CancelLEJ" die Zufahrt zum Logistikzentrum von DHL am Flughafen Leipzig/Halle blockiert. Sie forderten einen Ausbaustopp für den Frachtflughafen, ein Nachtflugverbot und eine Verkehrswende.

DHL hatte wegen der Blockade Anzeige erstattet. 52 Aktivisten verbrachten die Nacht im Polizeigewahrsam und kritisierten das Vorgehen der Einsatzkräfte scharf. Die Polizei hatte sich gegen diese Vorwürfe gewehrt.

Das vierte Leipziger Klimacamp, das noch bis zum 7. September andauert, beschäftigt sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit dem Ausbau des Flughafens Halle/Leipzig. An den zwölf Tagen sollen insgesamt 500 Menschen zusammenkommen. Laut Angaben einer Sprecherin finanziert sich das Camp vorrangig durch Spenden.

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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