"Kripo Live": Frau übergibt Goldbarren im Wert von mehreren 10.000 Euro an Trickbetrüger!

Großpösna - Eine Welle von Betrugsfällen im Landkreis Leipzig beschäftigt derzeit die Polizei. So wurde in Großpösna eine Frau zum Opfer von falschen Polizisten - und übergab am Ende Goldbarren im Wert von mehreren 10.000 Euro an die Trickbetrüger.

Kriminalhauptmeister Uwe Kunze aus Leipzig gibt bei "Kripo Live" Ratschläge zum Umgang mit Betrügern.
Kriminalhauptmeister Uwe Kunze aus Leipzig gibt bei "Kripo Live" Ratschläge zum Umgang mit Betrügern.  © Screenshot/MDR-Mediathek/KripoLive

In der MDR-Sendung "Kripo Live" warnt Kriminalhauptmeister Uwe Kunze von der Polizeidirektion Leipzig vor falschen Beamten auf Beutezug.

"Leider ist es so, dass diese Straftaten in, von mir in meiner ganzen Dienstzeit, noch nicht gekanntem Maße passieren", sagt Kunze über die aktuelle Betrugswelle.

"Wir erklären uns das damit, dass durch den Lockdown die Täter, die ja reisende Täter sind, nicht so ihre Straftaten verüben konnten und jetzt natürlich wieder ein bisschen freier reisen können."

So wurden auch Ende Juni mehrere Anwohner aus Großpösna von falschen Polizisten angerufen - in einem Fall ging die fiese Masche leider auf!

"Ich habe mich gewundert, dass so spät noch jemand anruft", erzählt eine Frau, die aus Scham darüber, dass sie zum Opfer wurde, lieber unerkannt bleiben möchte. 

Am Hörer hatte die Dame zwei Betrüger. "Es meldete sich ein Kriminalhauptkommissar Reiz und abwechselnd habe ich auch noch mit einem Staatsanwalt namens Steinmeier gesprochen."

Bei Übergabe: Passwort "Gelbe Rose"

Rentner Ulrich Günther (77) erklärt bei "Kripo Live", wie er die Masche durchschaute.
Rentner Ulrich Günther (77) erklärt bei "Kripo Live", wie er die Masche durchschaute.  © Screenshot/MDR-Mediathek/KripoLive

Die verunsicherte Frau war dem Telefonterror völlig ausgeliefert. "Das ging stundenlang, ich war gefangen zwischen den Telefonanrufen. Das ging dann in die Richtung, dass mein Gold gefälscht sei und die Ermittler das überprüfen wollen auf Fingerabdrücke. Man ist dann ja so aufgeregt."

Schließlich klingelt um 3.30 Uhr erneut das Telefon - sie solle nun das Gold an die angeblichen Polizisten übergeben. Die Frau konnte nicht schlafen, ist erschöpft von der Situation und gibt schließlich nach: "Was hätten die getan, wenn ich nicht mitgemacht hätte?"

Das Opfer bringt daraufhin Goldbarren im Wert von mehreren 10.000 Euro zum Treffpunkt - und übergibt alles an einen unbekannten Mann in Kapuzenshirt. Zuvor war das Passwort "Gelbe Rose" vereinbart worden.

Am selben Tag wird auch der Rentner Ulrich Günther von Betrügern kontaktiert. Doch der 77-Jährige durchschaut die Masche.

Auch bei ihm meldet sich ein angeblicher Kriminalhauptkommissar - die Polizei hätte zwei Einbrecher festgenommen. Diese "hätten eine Liste bei sich, dort würde mein Name an dritter Stelle stehen. Ich wurde dann stutzig, als er meinte ich hätte doch im Keller einen Tresor und dort meine Wertsachen hinterlegt", erzählt der Rentner. 

Doch diese Informationen sind falsch. Ulrich Günther ruft die Nummer zurück - und stellt fest, dass diese gar nicht existiert! Er alarmiert die richtige Polizei.

Laut Kunze hat der 77-Jährige damit alles richtig gemacht. Seine Tipps: Ruhig bleiben, sich nicht drängen lassen, auflegen und bei der echten Polizei anrufen.

Titelfoto: Screenshot/MDR-Mediathek/KripoLive

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