Gursky und seine Riesenbilder: Berühmter Fotograf stellt in Leipzig aus

Leipzig - Andreas Gursky (66) ist neben Neo Rauch (60) der zurzeit wohl prominenteste Künstler aus der Messestadt. Auch Gursky erschafft Bilder, doch sind diese nicht gemalt, sondern meist digital fotografiert und montiert. Im Museum der bildenden Künste (MdbK) ist nun die erste institutionelle Einzelausstellung zu sehen, die in Leipzig stattfindet.

Das Museum der bildenden Künste in der Leipziger Innenstadt. (Archivbild)
Das Museum der bildenden Künste in der Leipziger Innenstadt. (Archivbild)  © Ralf Seegers

Der Geburtsstempel ist es, der ihn zum Leipziger macht. Am 15. Januar 1955 kam er dort zur Welt, doch gingen die Eltern noch im Geburtsjahr mit ihm in den Westen. Er studierte in Essen und Düsseldorf.

Seit mehr als 30 Jahren ist Gursky fester Bestandteil der internationalen Kunstszene, Einzigartigkeit und Ruhm gewann er vor allem mit seinen großformatigen Panoramabildern, die auf dem Kunstmarkt mitunter für viel Geld gehandelt werden.

Sein Farbfoto "Rhein II", das die Flusslandschaft mit Ufer und Gehweg in horizontalen Linien zeigt, erzielte 2011 bei Christie's in New York den Auktionspreis von 4,3 Millionen Dollar (damals etwa 3,1 Millionen Euro). Die teuerste Fotografie der Welt, hieß es nach der Auktion.

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Die Ausstellung "Andreas Gursky" besteht aus rund 60 Fotografien, darunter frühe Arbeiten wie "Ruhrtal" (1989) und "Paris, Montparnasse" (1993) – die berühmt gewordene Abbildung eines gigantischen Hochhausriegels, 187 mal 427,8 cm groß.

Mit sich selbst beschäftigte Politiker im Großformat

Fotograf Gursky (66) vor seinem Bild "Politik II".
Fotograf Gursky (66) vor seinem Bild "Politik II".  © imago images/Peter Endig

Neuere Arbeiten sind "Bauhaus" oder "Kreuzfahrt" von 2020 sowie "Politik II" aus demselben Jahr, Letzteres gerade jetzt ein sinnträchtiges Bild – es zeigt das führende politische Personal des Landes mit sich selbst beschäftigt, abgewandt von einer überdimensionalen Uhr, die fünf vor zwölf anzeigt.

Eine Schau mit Verspätung, die nach langer Schließzeit ein echtes Ereignis ist und buchstäblich Großes zu sehen gibt. Für Liebhaber und anstelle eines Katalogs hat der Fotograf zudem das persönliche Künstlerbuch "-2020. Andreas Gursky" erstellt, das vor Ort und im Buchhandel erworben werden kann.

"Ich bin sehr emotionalisiert, endlich die Ausstellung eröffnen zu können, und dankbar, dass ich bei der Auswahl und Zusammenstellung hier schalten und walten konnte", sagte Gursky der Deutschen Presseagentur.

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Geöffnet bis 22. August.

Titelfoto: imago images/Peter Endig

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