Die fröhlichen Winzer vom alten Tagebau in Leipzig

Leipzig - Es klingt wie ein Widerspruch und ein bisschen auch wie ein Witz: Wein aus Leipzig. Doch am Rand des Störmthaler Sees ist Weinernte tatsächlich kein Fremdwort.

Eldorado für Hobbywinzer: der Störmthaler See bei Leipzig.
Eldorado für Hobbywinzer: der Störmthaler See bei Leipzig.  © dpa/Jan Woitas

Dort kümmern sich rund ums das Jahr 37 Hobbywinzer um Reben. Webdesigner, Zahntechniker, Anwälte und Gartengerätehändler stehen regelmäßig in Arbeitskleidung an der Böschung des ehemaligen Tagebaus. 

Am Ende des Jahres wird der gewonnene Wein an die Mitglieder des 2008 gegründeten Weinvereins verteilt.

Ob der Hobbyweinanbau an der Böschung eines ehemaligen und heute gefluteten Tagebaus rechtens ist, stand lange Zeit auf der Kippe: Der Fall beschäftigte mehrere Gerichte. 

Der Freistaat befürchtete Wettbewerbsverzerrung, argumentierte, dass nicht die Einzelpersonen, sondern der Weinverein den Wein erzeugen. 

Im Juli 2019 entschied dann das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zugunsten der Hobbywinzer.

Sie bauen die Sorten Solaris und Cabernet Jura an. Im vergangenen Jahr bekam jeder Pächter 16 Flaschen Weißwein und 17 Flaschen Rotwein aus der gemeinsamen Ernte.

Thomas Neuhaus ist Chef des Vereins Störmthaler See.
Thomas Neuhaus ist Chef des Vereins Störmthaler See.  © dpa/Jan Woitas

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