Gegen das Club- und Kultursterben: Stadt Leipzig startet "Kulturkataster"

Leipzig - Nicht erst im Zuge der Corona-Pandemie hat die Club- und Kulturlandschaft in Leipzig zu kämpfen. Um die wichtigen Standorte künftig besser sichtbar zu machen und zu schützen, haben verschiedene Akteure ein Kataster für Kunst und Kulturorte in der Messestadt erarbeitet.

In dem Kataster sind bislang schon einige Clubs in Leipzig verzeichnet. Über einen Schieberegler lässt sich ein Blick auf die Kulturlandschaft bis hin zum Jahr 1970 erhaschen.
In dem Kataster sind bislang schon einige Clubs in Leipzig verzeichnet. Über einen Schieberegler lässt sich ein Blick auf die Kulturlandschaft bis hin zum Jahr 1970 erhaschen.  © Stadt Leipzig

Wie die Verwaltung mitteilte, war die Übersicht am Donnerstag auf der Website der Stadt Leipzig online gegangen. Darauf zu sehen ist eine interaktive Karte der Messestadt, auf denen verschiedene Kulturstandorte markiert sind, für die jeweils Informationen wie Öffnungszeiten oder die Adresse angegeben sind.

Bisher dabei sind unter anderem bekannte Institutionen wie die Moritzbastei oder das Institut für Zukunft. Nach und nach sollen aber auch andere Einrichtungen fern der Clubszene dazukommen.

"Mit dem Kulturkataster erhalten die Nutzer einen räumlichen Überblick über die Vielfalt der Leipziger Kulturszene, welche es in Zeiten von Corona-Pandemie und des Stadtwachstums weiter zu schützen und strategisch weiterzuentwickeln gilt.

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Eisenbahnstraße Leipzig Streit um eine Frau? Ein Verletzter bei Auseinandersetzung an der Eisenbahnstraße

Der Stadtverwaltung soll das Kataster deshalb insbesondere zur ämterübergreifenden Abstimmung von Prozessen der Stadtplanung und Kulturentwicklung dienen", heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Interessante Funktion: So sah Leipzigs Clublandschaft in der Vergangenheit aus

Die Distillery gibt es seit Anfang der 90er-Jahre an ihrem Standort auf der Kurt-Eisner-Straße. Damit ist jetzt Schluss.
Die Distillery gibt es seit Anfang der 90er-Jahre an ihrem Standort auf der Kurt-Eisner-Straße. Damit ist jetzt Schluss.  © dpa/Sebastian Willnow

Wichtig wird dies zum Beispiel, wenn Standortkonflikte bei Bauvorhaben drohen - jüngst konnte ein solcher Konflikt bei der Schließung der Distillery im Zuge des Bauvorhabens hinter dem Bayrischen Bahnhof beobachtet werden.

Das Verschwinden von Kulturorten soll anhand des Katasters frühzeitig erkannt und verhindert werden beziehungsweise soll den Einrichtungen so die Möglichkeit gegeben werden, rechtzeitig einen alternativen Standort zu finden.

Federführend bei der Erarbeitung des Katasters waren die Stadt Leipzig und das Leipziger Kulturbündnis #DASistLEIPZIG, darunter vor allem das LiveKommbinat Leipzig e. V. und die Initiative Leipzig + Kultur e. V. Die Idee des Katasters geht auf einen Stadtratsbeschluss aus dem Mai 2019 zurück.

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Über ein Online-Formular können auch noch nicht eingetragene Kunst- und Kulturorte einen Antrag stellen, um ebenfalls aufgenommen zu werden.

Ganz nebenbei beinhaltet das neue Kataster auch ein besonderes "Gimmick": Mithilfe eines Zeitschiebereglers kann die Standortentwicklung der Leipziger Clubs seit 1970 visualisiert werden.

Titelfoto: Stadt Leipzig

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