Große Sachsen-Studie: So schädlich sind Schulschließungen für unsere Kinder

Leipzig/Dresden - Am Ende helfen nur Fakten. Zwei Corona-Studien aus Sachsen sorgen für Aufsehen und räumen mit Behauptungen auf.

BU-Piwarz-und-Professor: Wieland Kiess (62, r.) vom Uniklinikum Leipzig übergibt die Doppel-Studie Kultusminister Christian Piwarz (45, CDU).
BU-Piwarz-und-Professor: Wieland Kiess (62, r.) vom Uniklinikum Leipzig übergibt die Doppel-Studie Kultusminister Christian Piwarz (45, CDU).  © Thomas Türpe

"Nein! Schulschließungen sind extrem schädlich für unsere Kinder." Eigentlich wollte Professor Wieland Kiess (62) sachlich Forschungsergebnisse seines Teams zu Corona an Schulen vorstellen. 

Doch dann flatterte ihm dies auf den Tisch: "Schulschließungen sind extrem wirksam gegen Corona", will der Wiener Statistiker Peter Klimek (37) herausgefunden haben.

Da muss Kiess dagegen halten. Denn der Leipziger Kinderarzt und Hochschullehrer hat wichtiges an sächsischen Schulen erforscht: Dass es Ende Mai/Juni dort nicht wirklich Infektionen gab. Von 1884 getesteten Schülern und 803 Lehrern hatten nur sechs Kinder und acht Lehrer Antikörper entwickelt, waren also zuvor infiziert.

Und dass Kinder lange Schulschließungen inzwischen alles andere als toll finden. Sie vermissen eine Alltagsstruktur und ihre Freunde! Vor allem Kinder armer und ungebildeter Haushalte drohten zu verkümmern.

Darüber hinaus habe das Herunterfahren des öffentlichen Lebens erschreckende Effekte gehabt: Es wurden keine Kindermisshandlungen mehr gemeldet, weil Lehrer und Erzieher auffällige Symptome nicht entdecken konnten. 

Erst jetzt, so Kiess, kämen die Fälle ans Licht. Gefährlich sei auch zu spät entdeckte Diabetes bei Kindern. 

Titelfoto: Thomas Türpe

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