Leipziger Fotograf Erasmus Schröter stirbt mit 65 Jahren

Leipzig - Er arbeitete für "Stern" und "Spiegel" und lieferte mit seinen Bildern einen Blick in das Leben in der DDR: Der Leipziger Fotograf ist im Alter von 65 Jahren gestorben.

Eine Fotografie von Erasmus Schröter (†65) bei einer Ausstellung im Museum der Bildenden Künste in Leipzig. (Archivbild)
Eine Fotografie von Erasmus Schröter (†65) bei einer Ausstellung im Museum der Bildenden Künste in Leipzig. (Archivbild)  © Peter Endig dpa/lsn

Der 1956 in Leipzig geborene Künstler starb in der Nacht zum vergangenen Sonntag in seiner Heimatstadt. Das teilte seine Frau, die Malerin und Grafikerin Annette Schröter, mit.

Zuvor hatte MDR Kultur über Schröters Tod berichtet.

Schröter studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig - ebenso wie seine Frau, die im gleichen Jahr geboren wurde wie er. Das Künstlerpaar verließ die DDR 1985 aus Protest gegen die politischen Verhältnisse und zog nach Hamburg. Dort arbeitete er auch für Medien wie die Magazine "Stern", "Spiegel" und "Art".

1997 kehrten Erasmus und Annette Schröter nach Leipzig zurück. Er war dort zwischenzeitlich auch Gastprofessor an seiner früheren Hochschule.

Vom Leben östlich der Mauer zum WGT

Ob junge Disco-Besucher, menschenleere Straßen oder Mode einer Designerin, die zur staatsfernen Kunstszene der DDR gehörte: Viele Arbeiten des Fotografen bieten Einblicke in das Leben östlich der Mauer. Nach dem Mauerfall fotografierte Schröter etwa junge Menschen auf dem Wave-Gotik-Treffen oder posierte in Hasenkostümen mit seiner Frau an verschiedenen Orten.

Erasmus Schröters Werke waren nicht nur in zahlreichen Museen und Galerien in Deutschland von München über Köln bis Erfurt zu sehen, sondern auch bei vielen internationalen Ausstellungen, vor allem in England und Kanada.

Etliche Einzelausstellungen hatte er in Deutschland, wie 2019 in der Kunstsammlung Jena. Regelmäßig zeigten Erasmus Schröter und seine Frau ihre Arbeiten gemeinsam, etwa 2018 im Leipziger Museum der bildenden Künste.

Titelfoto: Peter Endig dpa/lsn

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