Leipzigs Restaurants dürfen Freitag öffnen, aber warum bleiben einige Freisitze leer?

Leipzig - Sehnsüchtig haben Leipzigs Gastronomen und auch Bürger darauf gewartet, dass Restaurants, Cafés und Kneipen wieder öffnen dürfen. Jetzt ist es endlich an der Zeit! Doch manch Restaurantbetreiber zeigt sich dennoch zurückhaltend und scheint dem Braten noch nicht so ganz zu trauen.

Der Freisitz der Vodkaria in der Gottschedstraße wird noch nicht sofort wieder öffnen, zu wenig Planungssicherheit habe man derzeit dafür. (Archivbild)
Der Freisitz der Vodkaria in der Gottschedstraße wird noch nicht sofort wieder öffnen, zu wenig Planungssicherheit habe man derzeit dafür. (Archivbild)  © privat

Es sind Zahlen, die hoffen lassen: Seit vergangenem Freitag liegt die Inzidenz im schönen Leipzig unter 100, der heutige Mittwoch ist der fünfte Werktag in Folge. Heißt: Am Freitag dürfen die Außenbereiche der Lokale endlich wieder öffnen.

Doch nicht alle Wirte jubeln angesichts der Entscheidung und der damit einhergehenden zahlreichen Einschränkungen. So auch die Betreiber der Vodkaria in der Gottschedstraße, die offenbar ihre Türen noch geschlossen lassen. Doch warum?

"Die momentanen Inzidenzwerte bewegen sich für Leipzig um die 90 und sind somit sehr fragil. In den angrenzenden Landkreisen sprechen wir von 150, von 160 (Anm. d. Red.: Stand 12. Mai liegt der Inzidenzwert in Leipzig bei 74,0, im Landkreis Leipzig bei 128,6, in Nordsachsen bei 103,7). Völlig verständlich, wenn Bewohner aus dem Umland dann zum Feiern in die Stadt kommen. Was wird das für Folgen haben? Schlimmstenfalls schließen wir in ein, zwei Wochen erneut, weil der Inzidenzwert wieder über 100 gestiegen ist", heißt es in einem Beitrag auf ihrer Facebook-Seite. "Wenn wir aber öffnen, möchten wir das mit der weitgehenden Gewissheit tun, dass es von Dauer ist."

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Außerdem könne man nur etwa 50 Sitzplätze im Außenbereich anbieten, wobei sich vor Corona bei gutem Wetter auch gut und gerne mal knapp 150 Personen hier aufgehalten haben. "Selbst wenn Ihr und wir um die Einhaltung von Hygiene-Konzepten nach bestem Gewissen bemüht sind - spätestens nach 19.30 Uhr liegen wir uns in den Armen …", heißt es weiter.

Auch das Wetter spiele eine große Rolle. Die nächsten Tage sollen nicht so warm und sonnig werden wie die vergangenen. "Was wird aus Reservierungen, wenn es zu kalt ist? Was passiert mit einem 'vollen' Freisitz, wenn das Wetter abends umschlägt? Sollen wir Euch dann im Regen sitzen lassen?"

Berechtigte Fragen, schließlich dürfen die Innenbereiche der Restaurants vorerst nicht wieder geöffnet werden. Aufgrund der fehlenden Planungssicherheit habe man sich daher schweren Herzens gegen eine sofortige Öffnung entschieden.

Die Betreiber bitten ihre Gäste um "Verständnis und Geduld und gebt uns und Euch noch ein paar Tage Zeit. Anfang kommender Woche werden wir die Lage neu bewerten."

Wer möchte schon inmitten einer Baustelle essen?

Ähnlich hält es auch die Gaststätte Weinstock am Rande des Leipziger Marktplatzes, doch spielt hier noch ein anderer Grund eine große Rolle.

Es ist eigentlich eines der Restaurants in Leipzig mit der allerschönsten Sicht auf das Alte Rathaus, doch die wird nun seit vergangenem Freitag durch eine Baustelle versperrt. Wer möchte schon inmitten von lauten Baugeräten sitzen und sein Essen genießen, wenn es in anderen Lokalen deutlich gemütlicher ist?

Da die Baustelle noch bis Anfang Juni bestehen bleibt, "haben wir uns entschlossen, am 1. Juni 2021 unsere Türen wieder für Sie öffnen. Wir hegen die leise Hoffnung, dass bis dahin die Auflagen reduziert werden und die Innengastronomie somit wieder nutzbar sein wird", heißt es in einem Facebook-Beitrag.

Dann können die Gäste nicht nur in Ruhe ihren Aufenthalt genießen, sondern es erwartet sie auch so manche Neuerung durch Renovierung. Zunächst werde dennoch mit angepassten Öffnungszeiten gestartet: Der Weinstock hat dann täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr und 17 bis 22 Uhr geöffnet.

"Eine Maxime hat uns durch die Zeit begleitet. Bleiben Sie uns gewogen und vergessen Sie nicht: Wir sitzen alle im selben Boot", schreibt die Familie Englert abschließend mit großer Vorfreude auf den Juni.

Titelfoto: privat

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