Orte der Friedlichen Revolution in Leipzig könnten UNESCO-Weltkulturerbe werden

Leipzig - Nach einem Beschluss der Leipziger Ratsversammlung wird geprüft, ob die Stadt sich mit den Orten der Friedlichen Revolution für den Titel des UNESCO-Weltkulturerbes bewerben möchte.

Die Nikolaikirche gehört zu den Orten der Friedlichen Revolution in Leipzig.
Die Nikolaikirche gehört zu den Orten der Friedlichen Revolution in Leipzig.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild

Einen entsprechenden Prüfantrag brachte CDU-Stadtrat Michael Weickert (30) am Mittwoch in die Sitzung des Stadtrates ein. "Die Orte der Friedlichen Revolution sind Zeichen für Frieden, Freiheit und Demokratie. Die Menschen in der DDR haben mit der Wende Großartiges vollbracht, nicht mit Gewalt, sondern mit Kerzen", begründete Weickert die Idee.

Zu diesen Orten gehören unter anderem die Nikolaikirche, die Demokratieglocke am Augustusplatz und das Museum in der "Runden Ecke".

Vor allem in den aktuellen Zeiten, in denen die freie, demokratische Grundordnung immer wieder angegriffen werde, sei es wichtig, mit einem solchen Titel ein Zeichen zu setzen, so Weickert.

Der CDU-Fraktion stellte klar, dass der Welterbe-Titel nicht nur in blauen Plaketten an der Nikolaikirche enden solle, sondern dass daraus ein sinnstiftendes Projekt über Erinnerungskultur für kommende Jahre werden könnte.

Beschluss: Bewerbung für UNESCO-Welterbe wird geprüft

Michael Weickert (30, CDU) stellte den Prüfauftrag am Mittwoch in der Stadtratssitzung vor.
Michael Weickert (30, CDU) stellte den Prüfauftrag am Mittwoch in der Stadtratssitzung vor.  © privat/Fotografie Matthias Knoch

Auch wenn der Antrag insgesamt auf Anklang traf, wurde er fleißig diskutiert.

Der Grünen-Fraktion war es zum Beispiel ein Anliegen, dass ein solcher Titel auch wirklich mit Inhalten gefüllt werde. "Es reicht nicht, die Orte nur zu markieren, eine konzeptionelle und inhaltliche Entwicklung der Orte müsste angegangen werden", wünschte sich Grünen-Stadtrat Bert Sanders (60).

Sascha Matzke von der FDP wies zusätzlich auf die Kosten einer solchen Bewerbung hin, die zunächst geprüft werden sollten. "Leipzig ist auch ohne diesen Titel eine Stadt mit Weltruhm", machte der FDP-Stadtrat klar.

Grundidee des Weltkulturerbe ist, Natur- und Kulturerstätten von außergewöhnlich universellem Wert für die gesamte Menschheit für gegenwärtige und zukünftige Generationen zu bewahren. Auf der Liste stehen unter anderem bereits die Chinesische Mauer, die Pyramiden von Gizeh oder auch der Kölner Dom.

Der Prüfauftrag für die Bewerbung der Orte der Friedlichen Revolution wurde am Mittwoch mehrstimmig beschlossen.

Titelfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild

Mehr zum Thema Leipzig Kultur & Leute:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0