Paddeln wir schon bald von Leipzig aus direkt auf den Markkleeberger See?

Von Anke Brod

Markkleeberg - Würdet Ihr gerne mal im Kanu vom Markkleeberger See die Kleine Pleiße entlang bis zum Agra-Stauwehr schippern? Geht nicht? Doch! Genau das könnte in zwei bis drei Jahren Realität sein.

Prof. Andreas Berkner freut sich über die Pläne für die Wasserverbindungen.
Prof. Andreas Berkner freut sich über die Pläne für die Wasserverbindungen.  © Anke Brod

Diese kleine, feine Variante zur gewässertouristischen Verbindung zwischen Markkleeberger See und dem Leipziger Fließwassernetz stellte die "Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland" jetzt neben weiteren Ideen der Öffentlichkeit vor.

Eine Studie dazu gab Anfang 2019 die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) in Auftrag. 

Im Ergebnis stehen nun zehn Hauptvarianten. Die Vorschläge mit den größten Realisierungschancen wurden hierbei herausgefiltert. 

Im Fokus stehen "gewässerangepasste Mehrpersonenboote". 

"In den nächsten Wochen und Monaten werden Planungsoptimierungen geprüft", erläuterte Steuerungsgruppen-Sprecher und Landrat Henry Graichen (43) im Markkleeberger Rathaus.

Erst geht es aber um die wassertouristische Nutzung der Kleinen Pleiße. Die Stadt Markkleeberg beantragte dafür eine "Aufsattelung des Wassertourismus" - dies im Rahmen der LMBV-Pläne zur Ableitung des Überschusswassers aus dem Markkleeberger See über die Kleine Pleiße. 

Ein- und Ausstiege am Ufer könnten zudem Wasserwanderern später hier ihren Sport erleichtern. "Stellenweise müsste das Kanu dann eben ein Stückchen getragen werden", sagte Prof. Andreas Berkner, Leiter der regionalen Planungsstelle im Verband Leipzig-Westsachsen. 

Sanierung und muskelbetriebener Bootsverkehr zugleich

Der Störmthaler See (Bild) ist bereits mit dem Markkleeberger See verbunden.
Der Störmthaler See (Bild) ist bereits mit dem Markkleeberger See verbunden.  © Anke Brod

"Im nächsten Schritt erst werden die Verbindungsmöglichkeiten des Markkleeberger Sees zu Fließgewässern technisch im Detail ausgefeilt", sagte Berkner. "Mit der Variante zur Kleinen Pleiße konzentrieren wir uns erstmal auf das Machbare", fuhr der Experte fort. 

Der Markkleeberger Oberbürgermeister Karsten Schütze sprach indes von einer "greifbaren Lösung". Ohnehin müsse die Kleine Pleiße zur Überschussableitung aus dem Markkleeberger See saniert werden, dann könne das Gewässer parallel zum "muskelbetriebenen Bootsverkehr" ertüchtigt werden. 

Zum Hintergrund: Das Leipziger Neuseenland entstand aus gefluteten Abbauhohlformen, die nach der Einstellung der Tagebaue im Mitteldeutschen Braunkohlerevier übrig blieben. 

Damit fiel in den 1990er Jahren der Startschuss für die heutige Gewässerlandschaft. Bergleute, Kommunen, Regionalplaner, Tourismusexperten, Naturschützer sowie Wasserwirtschaftler "basteln" seither an der Gestaltung dieser ehemaligen Braunkohleregion.

Die "Bergbauseen" sind übrigens teilweise schon verbunden, wie der Störmthaler mit dem Markkleeberger See. Ersterer entstand durch Flutung im Südostteil des ehemaligen Braunkohletagebaus Espenhain. 

Titelfoto: Bildmontage: Anke Brod

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