Verrottet! Leipzigs Oper braucht 'ne neue Treppe

Leipzig - Vorigen Samstag schritten noch jede Menge Prominente über die Treppe zum Leipziger Opernhaus. Was kaum ein Ballbesucher wusste: Unterm roten Teppich verbarg sich ein bauliches Wrack, das dringender Sanierung bedarf.

Auch sie schritten am Samstagabend über den roten Teppich zum Opernball: die Volksmusikanten Marianne und Michael.
Auch sie schritten am Samstagabend über den roten Teppich zum Opernball: die Volksmusikanten Marianne und Michael.  © Breuelbild/Jason Harrell

Die Leipziger Stadtverwaltung selbst spricht von "Gefahr in Verzug". Wegen massiver Schäden im Unterbau muss die große, zum Portikus führende Treppenanlage umgehend saniert werden.

Nach einer Kamera-Untersuchung im Sommer sperrte die Verwaltung bereits die östliche Hälfte.

"Es zeigten sich gravierende Korrosionsschäden in der Bewehrung der Unterkonstruktion der Treppe, die seit dem Bau der Oper 1960 unverändert geblieben ist", heißt es in einer Zustandsbeschreibung des Kulturamtes.

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Weil sich rostender Stahl im Volumen vergrößere, sei der Beton der Träger der Treppenstufen großflächig abgeplatzt.

1,6 Millionen Euro für Sanierung

Die Leipziger Oper mit der großen Treppe zum Portikus - der östliche Teil musste bereits gesperrt werden.
Die Leipziger Oper mit der großen Treppe zum Portikus - der östliche Teil musste bereits gesperrt werden.  © Ralf Seegers

Nach Einschätzung von Bausachverständigen umfasst der Schaden das gesamte Treppenbauwerk, weshalb nach der östlichen Hälfte auch die westliche restauriert werden muss.

Dem Bauwerk hat nach Einschätzung der Experten vor allem austretender Dampf aus einer jahrzehntelang unter der Treppe befindlichen Fernwärme-Übergabestelle zugesetzt.

Der Dampf hielt die Operntreppe im Winter zwar immer eisfrei, doch ließ die permanente Feuchtigkeit das Stahlgerüst verrosten.

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Für die rund einjährige Sanierung, die im März beginnen soll, veranschlagt die Stadt 1,6 Millionen Euro.

Massive Treppenschäden - der komplette Unterbau ist verrottet.
Massive Treppenschäden - der komplette Unterbau ist verrottet.  © Ralf Seegers

Laut Kulturamt wird die Unterkonstruktion abgebrochen und durch Betonelemente ersetzt. Der Großteil der Treppenstufen aus Harzer Granit soll hingegen aufgearbeitet und wiederverwendet werden.

Titelfoto: Montage:

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