"Wenn es um Menschenleben geht, muss man auf Klimaschutz verzichten!" Leipziger Stadtrat debattiert über Heizpilze

Leipzig - Am Donnerstag wurde im Leipziger Stadtrat mal wieder über Heizstrahler diskutiert. Die Debatte verlagerte sich jedoch schnell auf eine wichtige Frage: Was ist in Pandemie-Zeiten wichtiger - Umweltschutz oder die Rettung der Gastronomie? 

Heizstrahler wie dieser gelten als CO2-Schleudern. (Symbolbild)
Heizstrahler wie dieser gelten als CO2-Schleudern. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Auf Antrag der Freibeuter wurde die geltende Beschränkungen in Frage gestellt, nach der nur ein Heizstrahler pro 20 Quadratmeter in Gastronomiebetrieben zulässig ist. 

"Wenn schon kein Weihnachtsmarkt stattfindet, sollen die Menschen wenigstens in Freisitzen ihren Glühwein in der Wärme genießen können", forderte Sascha Matzke von der FDP-Fraktion. 

Das Aufstocken der Heizstrahler soll auch nur eine vorübergehende Maßnahme, etwa bis Ende März sein. "Sobald der Lockdown vorbei ist, zählt jeder Gast", so der Stadtrat. 

Starken Gegenwind gab es hingegen von den Fraktionen der Linken und der Grünen. "Wir haben im letzten Jahr den Klimanotstand ausgerufen und zwecks der Heizstrahler einen guten Kompromiss gefunden. Wir brauchen keine weiteren Strahler, um einen Glühwein zu trinken", befand etwa Linken-Stadträtin Franziska Riekewald.

"Ein Gastwirt kann sich verschulden, was den Klimawandel angeht, können wir keine weiteren Schulden aufnehmen, weil wir diese nie wieder zurückzahlen können", pflichtete ihr Grünen-Stadtrat Jürgen Kasek bei. 

Gastronomen dürfen weitere Heizstrahler aufstellen - aber wann?

Für eine klimafreundlichere Version von Heizstrahlern warb die SPD-Fraktion, während CDU und auch AfD klare Worte fanden. "Wenn es ums Überleben von Menschen geht, dann muss man auf den Klimaschutz auch mal verzichten", so AfD-Stadtrat Christian Kriegel.

Mit einer knappen Mehrzahl von 32 zu 29 Stimmen stand am Ende dann schließlich das Ergebnis fest: Die Beschränkung von Heizstrahlern in Gastronomien wurde vorübergehend gekippt. 

Bleibt nur noch die Frage, ob und wann die weiteren Heizstrahler zum Einsatz kommen - wie es nach Ende des "Light"-Lockdowns weitergeht und wann die Gastronomien wieder für Gäste öffnen dürfen, ist noch nicht bekannt. 

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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