Wie im Urlaub in Tirol: Diese Leckerei gibt's bei Hanspeter auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt

Leipzig - Endlich gibt es in Leipzig wieder einen Weihnachtsmarkt! Tausende Menschen haben ihn seit der Eröffnung in der vergangenen Woche besucht, Tausende Glühweine und Leckereien wurden von den Händlern über den Tresen gereicht. Einer von ihnen ist der Tiroler Hanspeter Delacher (41) mit seiner Kiachlbäckerei.

Hanspeter Delacher (41) hat zusammen mit seinem Partner vor zehn Jahren die Kiachlbäckerei eröffnet. Das Gebäck wird auf den Weihnachtsmärkten in Leipzig und Chemnitz verkauft.
Hanspeter Delacher (41) hat zusammen mit seinem Partner vor zehn Jahren die Kiachlbäckerei eröffnet. Das Gebäck wird auf den Weihnachtsmärkten in Leipzig und Chemnitz verkauft.  © Juliane Bonkowski

Kiachl - was ist das? Das fragen sich nun vielleicht einige, die noch nie etwas von dieser Speise gehört haben. "Unsere Stammkunden in Chemnitz" - dort ist sein Stand ebenfalls auf dem Weihnachtsmarkt vertreten - "sagen, dass es der bessere Langos ist", so Hanspeter im Gespräch mit TAG24 augenzwinkernd.

Er ist gebürtiger Tiroler - und das hört man ihm auch an. Vor mittlerweile fünf Jahren nahm er das erste Mal am Leipziger Weihnachtsmarkt teil und gehört für viele genauso dazu wie die Budenbetreiber aus der näheren Umgebung.

Doch dann kam Corona und er und sein Team mussten zwei Jahre aussetzen. Seitdem ist alles anders, was aber weniger an der Pandemie und ihren Folgen liege, sondern vielmehr daran, dass sich der Stammplatz seines Standes geändert hat.

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Die erste Woche sei sehr schlecht gelaufen, erzählt Hanspeter. An manchen Tagen habe er Umsatzeinbußen von bis zu 75 Prozent im Gegensatz zu 2019 zu verzeichnen gehabt.

Einst war die Kiachlbäckerei zwar nur zehn Meter entfernt zu finden, doch durch die neue Anordnung der Buden steht am früheren Standort nun ein kleines Café.

Seit vergangener Woche erstrahlt der Leipziger Weihnachtsmarkt erstmals seit 2019 in neuem Glanze.
Seit vergangener Woche erstrahlt der Leipziger Weihnachtsmarkt erstmals seit 2019 in neuem Glanze.  © Jan Woitas/dpa

Stammplatz der Tiroler Kiachlbäckerei hat sich geändert

Die Kiachlbäckerei steht am Rande des Weihnachtsmarktes in Leipzig und lädt zum Verweilen ein.
Die Kiachlbäckerei steht am Rande des Weihnachtsmarktes in Leipzig und lädt zum Verweilen ein.  © Juliane Bonkowski

Für Hanspeter und sein Team bedeutet das eine große Herausforderung: Die meisten Besucher, die von der Grimmaischen Straße kommend über den Marktplatz laufen, kommen maximal bis zu ebenjenem Café und drehen dann um.

Sein Stand befindet sich nur wenige Schritte weiter direkt gegenüber vom Augustiner. Zwar wird er teilweise vom Fahrstuhl, der hinunter zur S-Bahn führt, verdeckt, doch auch das ist kein Grund zum Trübsalblasen.

Steht man nämlich einmal direkt davor, wird man von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einem breiten Grinsen empfangen. Schaut man über den Tresen und auf die Verkaufsschilder, läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

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Es gibt den Kiachl, ein Gebäck aus Hefeteig, der ausgebacken wird, in zahlreichen Variationen. Egal ob süß oder herzhaft - für jeden Geschmack ist etwas dabei. Ganz klassisch, nach Tiroler Art, wird er mit Sauerkraut oder Preiselbeeren serviert, doch auch mit Bergkäse, Zillertaler Schinkenspeck und Crème fraîche oder Nutella und Bananen kann man ihn haben. Ergänzt wird das bestehende Angebot seit diesem Jahr durch Glühwein und Schokoladenspezialitäten.

Ein kleines Plus für alle Veganer: Die Rezeptur des Teiges ist inzwischen auf eine vegane Variante umgestellt worden. Was aber genau drin ist, bleibt natürlich Hanspeters Geheimnis.

Zwar wird das Büdchen von dem Aufzug der S-Bahn teilweise verdeckt...
Zwar wird das Büdchen von dem Aufzug der S-Bahn teilweise verdeckt...  © Juliane Bonkowski

Neue Woche, neues Glück: "Wir machen das Beste daraus"

... aber Hanspeter und sein Team empfangen die Besucher natürlich trotzdem stets voller Elan.
... aber Hanspeter und sein Team empfangen die Besucher natürlich trotzdem stets voller Elan.  © Juliane Bonkowski

Und wie kommt ein Tiroler nach Sachsen? "Mein Partner Marcus ist gebürtiger Chemnitzer, wir haben zusammen in Innsbruck studiert." Als Marcus Richter (39) die Kiachl das erste Mal sah und wie sehr die Menschen sie liebten, habe er gesagt: "Mein Gott, das müssen wir unbedingt nach Chemnitz bringen."

Gesagt, getan! Seit 2012 verkaufen sie ihre Kiachl auf dem dortigen Weihnachtsmarkt. Nach den wohl üblichen Startschwierigkeiten lief es mit der Zeit so gut, dass sie seit 2017 auch in Leipzig einen Stand haben.

Zwar habe er die Besucherzahl an beiden Standorten in diesem Jahr bisher geringer als sonst empfunden, doch das kann sich jetzt im Dezember ja noch ändern. Deshalb sind Hanspeter und sein Team allzeit bereit, Kiachl, Schokoladen und Glühwein an den Mann und die Frau zu bringen.

Ob die Arbeit Früchte tragen wird, soll sich in den kommenden drei Wochen zeigen. "Wir sind im guten, konstruktiven Austausch mit den Veranstaltern und versuchen, das Beste daraus zu machen."

Die zweite Woche lief laut Hanspeter bisher schon etwas besser. Das haben ihm auch andere Händler gesagt, die bisher 25 bis 30 Prozent Umsatzeinbrüche feststellten. "Seit Dienstag merkt man eine stetige Steigerung."

Das macht Mut - und außerdem: "Abgerechnet wird zum Schluss!", lächelt der 41-Jährige zuversichtlich.

Und so sieht ein Tiroler Kiachl aus

Wer die ganz besondere Tiroler Leckerei unbedingt probieren möchte, findet den Stand M 02/06 von Hanspeter schräg gegenüber vom Augustiner bzw. vom Burger King. Auf der Webseite der Stadt Leipzig gibt es eine Übersicht über alle Händler und wo sie zu finden sind.

Titelfoto: Bildmontage: Julianę Bonkowski, Jan Woitas/dpa

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