Demo-Samstag in Leipzig: "Querdenker" können nicht auf dem Augustusplatz demonstrieren

Leipzig - Angemeldet ist bisher noch nichts, aber dennoch soll Leipzig am Samstag wieder Schauplatz einer Demo aus dem "Querdenken"-Umfeld werden. Nun riefen auch SPD, Linke und Grüne gemeinsam zum Protest dagegen auf.

Gegendemonstranten während der "Querdenker"-Proteste am 7. November in Leipzig.
Gegendemonstranten während der "Querdenker"-Proteste am 7. November in Leipzig.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

"Das Verhalten der sogenannten 'Querdenker', der Menschen, die das Coronavirus für eine Verschwörung halten und der reaktionären Kräfte, die bereitwillig auf diesen Zug aufspringen, ist unverantwortlich", erklärten die Leipziger Verbände der drei Parteien.

Zusammen mit "Leipzig nimmt Platz" wolle man sich dem entgegenstellen. Das Aktionsnetzwerk hatte bereits Anfang der Woche Demos sowohl auf dem Augustusplatz als auch dem Nikolaikirchhof angemeldet (TAG24 berichtete).

Auf dem Augustusplatz solle es am Samstagnachmittag eine Kundgebung geben. Die Gegner der Corona-Maßnahmen haben dagegen laut Polizei bisher keine Versammlung angemeldet. In sozialen Medien wird allerdings dazu aufgerufen, am Samstag 15.30 Uhr auf den Augustusplatz zu kommen.

Die Polizei bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen Einsatz am Samstag vor.

Erst am 7. November hatten die "Querdenker" in Leipzigs Innenstadt demonstriert. Mindestens 20.000 Menschen waren dem Demo-Aufruf des Leipziger Ablegers der "Querdenken"-Bewegung gefolgt.

Nach Auflösung der Demo wegen massenhafter Verstöße gegen die Maskenpflicht erzwangen die Menschen einen - laut Corona-Schutzverordnung verbotenen - Gang um den Leipziger Ring. Die Polizei ließ sie ziehen. Zuvor hatte es Rangeleien gegeben, Pyrotechnik wurde gezündet.

UPDATE, 16.35 Uhr: "Querdenker"-Demo kann nicht auf dem Augustusplatz stattfinden

Die Stadtverwaltung hat sich nochmals zu den bevorstehenden Demonstrationen am Samstag geäußert. In einer Mitteilung hieß es, bei Missachtung der Kontaktverbote und des Mindestabstandes werden die Behörden konsequent durchgreifen und sämtliche Verstöße hart ahnden.

"Wer gegen die geltenden Regelungen der Corona-Schutz-Verordnung verstößt, wird mit einem Bußgeld in Höhe von 150 Euro belangt werden. Bei Verstößen gegen das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung werden 60 Euro fällig. Unzulässige Versammlungen werden mit einem Bußgeld in Höhe von 5.000 EUR belegt", hieß es vonseiten der Stadt.

Darüber hinaus teilte die Verwaltung mit, dass die mögliche "Querdenken"-Demo nicht wie angekündigt auf dem Augustusplatz stattfinden kann. Dieser sei bereits mit anderen Versammlungen belegt.

Darüber hinaus wurde nochmals darauf hingewiesen, dass Demonstrationen nur als ortsfeste Versammlungen mit maximal 1000 Teilnehmern erlaubt sind. Aufzüge seien nicht gestattet.

Jeder Versammlung soll entsprechend der angemeldeten Teilnehmerzahl und des Ortes ein mit Gittern abgegrenzter Raum zugewiesen werden. Der Zutritt werde kontrolliert. "Die genauen Versammlungsorte und angemeldeten Teilnehmerzahlen kann die Stadt erst morgen, nach Abschluss der Kooperationsgespräche, mitteilen."

UPDATE, 22.30 Uhr: "Querdenker"-Demo nun doch angemeldet

Jetzt ist es doch offiziell: Einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" zufolge haben die sogenannten "Querdenker" ihre Demo nun doch angemeldet. Versammlungsort soll der Augustusplatz sein, was die Stadt jedoch bereits untersagt hat, da der Platz schon durch andere Demonstrationen besetzt ist.

Wo der "Querdenker"-Protest stattdessen über die Bühne geht, soll am Freitag bei Kooperationsgesprächen geklärt werden, hieß es.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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