Zwei Lauben abgebrannt: "Nun können wir nur noch den Container bestellen"

Von Anke Brod

Leipzig - Gerade erst hatte Oma Susi (79) aus Volkmarsdorf ihrer erwachsenen Tochter erzählt, dass sie ihre Parzelle im Kleingartenverein Sellerhausen bestimmt noch weitere fünf Jahre behalten möge. Doch seit Freitagmorgen liegt ihr Kleinod in Schutt und Asche. "So etwas kriege ich nie wieder", sagte sie TAG24 heute tieftraurig vor den verkohlten Laubenresten.

Oma Susi vor den Überresten ihrer einst so schönen Laube.
Oma Susi vor den Überresten ihrer einst so schönen Laube.  © Anke Brod

Gegen 8.30 Uhr, hatten Anwohner eine bedrohliche Rauchsäule über dem "Selli", wie die Kleingartenanlage Sellerhausen im Volksmund liebevoll genannt wird, wahrgenommen. 

"Ich selber erfuhr gegen 10 Uhr, dass es auf meiner Parzelle brannte, als nämlich plötzlich die Polizei bei mir zuhause stand", schilderte die bald 80-jährige Gartenliebhaberin gegenüber TAG24. 

Wenig später geleitete ihre erwachsene Tochter sie zu dem da bereits fast komplett abgebrannten Gartengrundstück direkt hinter der Wurzner Straße.

Was sie hier sah, erschütterte die alte Dame bis ins Mark: Nicht nur ihre eigene Laube war bis auf die Grundmauern niedergebrannt - die Hütte nebenan hatte es offenbar ebenso schlimm erwischt! 

Zu diesem Zeitpunkt untersuchte ein Sachverständiger der Polizei bereits die tiefschwarzen Holztrümmer auf etwaige Spuren. Zuvor hatten mehrere Feuerwehren das lodernde Feuer mit vereinten Kräften gelöscht, die Wurzner Straße war hierfür zeitweise gesperrt.

Das Häuschen war am Freitagmorgen zusammen mit einer weiteren Laube niedergebrannt. Wie die Polizei später mitteilte, wurde auch eine dritte Laube beschädigt.
Das Häuschen war am Freitagmorgen zusammen mit einer weiteren Laube niedergebrannt. Wie die Polizei später mitteilte, wurde auch eine dritte Laube beschädigt.  © Anke Brod
Anwohner hatten am Freitagmorgen eine Rauchsäule bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.
Anwohner hatten am Freitagmorgen eine Rauchsäule bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.  © Silvio Bürger

Mit den Trümmern steht die Dame nun alleine da

Der entstandene Sachschaden konnte noch nicht beziffert werden.
Der entstandene Sachschaden konnte noch nicht beziffert werden.  © Silvio Bürger

"Meine schönen Blumen, ich habe den Garten so geliebt", berichtete Oma Susi TAG24 sichtlich geschockt. 

Jeden Tag sei sie hier gewesen, und das seit zehn Jahren. Sie habe die damals verwilderte Parzelle extra fußläufig zur Wohnung gewählt, weil sie nicht mehr so gut laufen könne. 

Ganze 48 Säcke voller Grünschnitt seien am Anfang zur Entrümplung der Fläche angefallen. Und wirklich alles, inklusive Laube, hätte sie sich liebevoll und hübsch als Wohlfühloase hergerichtet. 

"Was nun?", fragt sich Oma Susi entsetzt. "Nun können wir nur noch den Container bestellen", meinte sie vor Ort fast unisono mit ihrer Tochter. "Das Traurige ist, dass ich gegen so etwas nicht versichert bin und jetzt zudem völlig allein mit der Trümmerentsorgung dastehe", zeigte sie hilflos auf. Vielleicht behält sie den Garten später davon abgesehen aber noch ohne Laube.

Am liebsten wären ihr nun natürlich nette Menschen, etwa Studenten, die mit anpacken könnten. Doch wer weiß, vielleicht lassen sich über den Gartenvorstand ja entsprechende Kontakte vermitteln... 

Titelfoto: Anke Brod

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