Brisante Aktion an der A9: Munitionsbergung bei laufendem Verkehr

Leipzig - Am Montag beginnt bei Leipzig eine große Bergungsaktion von Weltkriegsmunition. Die liegt direkt an der Autobahn 9 im Fluss Luppe.

Die Luppe fließt unter der A 9 entlang. Das Gebiet ist inzwischen abgesperrt.
Die Luppe fließt unter der A 9 entlang. Das Gebiet ist inzwischen abgesperrt.  © Michael Strohmeyer

Spaziergänger hatten vor gut einem Jahr Granatenteile im Schlick des Flussbetts entdeckt und die Behörden alarmiert. Daraufhin eingeleitete Untersuchungen ergaben, dass in der Luppe noch viel mehr gefährliche Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs lagern. 

Offenbar hatten Wehrmachtsverbände auf der Flucht vor den anrückenden Amerikanern ihre Munition direkt von der Brücke der alten Reichsautobahn aus in den Fluss gekippt.

75 Jahre später soll der explosive Kriegsschrott nun geborgen und in der Kampfmittelzerlegeanstalt Zeithain unschädlich gemacht werden. Das Gebiet unterhalb der A 9 ist inzwischen weiträumig abgesperrt. Am Montag beginnen Mitarbeiter einer privaten Spezialfirma, den Flussgrund auszubaggern.

Die Autobahn 9 an der brisanten Stelle - der Verkehr soll während der Munitionsbergung weiter fließen.
Die Autobahn 9 an der brisanten Stelle - der Verkehr soll während der Munitionsbergung weiter fließen.  © Michael Strohmeyer
Granataufsätze und Munition von Handfeuerwaffen haben die Experten im Schlick des Flussbetts ausgemacht.
Granataufsätze und Munition von Handfeuerwaffen haben die Experten im Schlick des Flussbetts ausgemacht.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Anders als ursprünglich geplant soll der Verkehr auf der A 9 dabei weiterlaufen. "Es wird nur einen Geschwindigkeitstrichter geben", erklärte Andreas Weiner vom Polizeiverwaltungsamt am Freitag. Probeschürfungen hätten ergeben, dass es sich im Wesentlichen um kleinere Granatwerfer und Munition für Handfeuerwaffen handelt. 

Deren Sprengkraft wird von den Experten als gering eingeschätzt, sodass auch auf die ursprünglich geplante Splitterschutz-Barriere aus Schiffscontainern verzichtet wird.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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