Nach Coronavirus-Absage: ARD und MDR verlegen Buchmesse ins Internet

Leipzig - Bücherbegeisterte mussten Anfang März bei dieser Meldung stark sein: Die Leipziger Buchmesse wird in diesem Jahr ausfallen (TAG24 berichtete). Der Grund ist natürlich das Coronavirus, das aktuell für zahlreiche Veranstaltungsabsagen sorgt.

Wegen des Coronavirus findet die Buchmesse in diesem Jahr nicht wie gewohnt auf dem Messegelände statt.
Wegen des Coronavirus findet die Buchmesse in diesem Jahr nicht wie gewohnt auf dem Messegelände statt.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Damit Fans aber nicht ganz leer ausgehen, haben sich der MDR und die ARD etwas ausgedacht. Wie in einer Pressemeldung verkündet wird, soll das geplante Bühnenprogramm der Buchmesse ins Netz beziehungsweise ins Radio verlegt werden. 

Durch diesen Schritt müssen Literaturfans nicht gänzlich auf Lesungen und Interviews verzichten.

"Die Absage der Leipziger Buchmesse war für alle eine traurige Nachricht - für die Verlage und Autoren, für hunderttausende Besucherinnen und Besucher und die vielen Engagierten, die mit dem Lesefest 'Leipzig liest' die ganze Stadt immer zu einer großen Bühne und Literatur zu einem gemeinschaftsstiftenden Erlebnis werden lassen. Wir wollen versuchen, diesen Geist der Leipziger Buchmesse auch in diesem Jahr ein Stück weiterleben zu lassen, indem wir den Autoren und ihrem Publikum im Netz ein Podium bieten. Wir bringen die Lesungen quasi als digitale Alternative per Livestream direkt nach Hause", kündigte MDR-Intendantin Prof. Karola Wille an.

MDR Kultur will dafür zahlreiche Autorinnen und Autoren ins Studio nach Halle einladen. Gespräche zu ihren Werken werden dann live im Netz, im Radio oder auf Facebook übertragen.

"Ich bin froh, dass wir als ARD so schnell eine Lösung in der aktuellen Situation gefunden haben. Wir können die Buchmesse nicht ersetzen, aber wir sahen uns als ARD in der Verantwortung, schnell eine Alternative auf die Beine zu stellen - für die Kulturbranche und alle Bücherliebhaber", sagte ARD-Intendant Tom Buhrow.

Programm der virtuellen Buchmesse bereits geplant

"Die Absage der Leipziger Buchmesse war für alle eine traurige Nachricht", sagte MDR-Intendantin Prof. Karola Wille
"Die Absage der Leipziger Buchmesse war für alle eine traurige Nachricht", sagte MDR-Intendantin Prof. Karola Wille  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Am eigentlichen Buchmesse-Samstag, dem 14. März, sollen von 10 bis 20 Uhr Schriftsteller im Halbstunden-Takt online und onair zu hören sein. 

Zugesagt hätten unter anderem bereits Ingo Schulze, Katja Riemann, Nora Gomringer, Abbas Khider, Greta Taubert, Hans-Joachim Maaz, Stephan Ludwig, Valerie Schönian, Jan Wenzel, Tom Kummer und Marina Frenk. Auch weitere Autoren hätten ihre Teilnahme angekündigt. 

Am Abend würde dann ab 20 Uhr die dreistündige "ARD Radio Kulturnacht: Unter Büchern" auf dem Programm stehen.

"Die Leipziger Buchmesse hat eine unvergleichliche Strahlkraft und bringt viele Menschen in Kontakt mit Büchern. Die Absage der Messe ist daher ein schwerer Schlag für die Buchbranche. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit MDR und ARD in der kommenden Woche Autorinnen und Autoren und ihren Büchern und Themen eine Öffentlichkeit bieten zu können und somit viele Menschen für Bücher und das Lesen begeistern zu können", sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

An den restlichen "Messetagen" können Fans zahlreiche Sendungen am TV im MDR verfolgen. Am Donnerstag dreht sich im Kulturmagazin "artour" beispielsweise alles um Neuerscheinungen der Frühjahrssaison und am Freitag folgt gleich nach "Riverboat" das "MDR KULTUR Spezial: Krimi, Thriller, True Crime".

ARD und MDR wollen die Messe teilweise ins Internet verlegen, damit Bücherfans nicht ganz darauf verzichten müssen.
ARD und MDR wollen die Messe teilweise ins Internet verlegen, damit Bücherfans nicht ganz darauf verzichten müssen.  © Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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