Nach drei Randale-Nächten in Folge: Wieso kommt Leipzig nicht zur Ruhe?

Leipzig - Am dritten Abend in Folge schlugen Demonstrationen im Leipziger Osten und in Connewitz in Krawalle um. Polizisten wurden mit Steinen beworfen, ein Hubschrauberpilot mit Laserpointern angegriffen, ein Streifenwagen ging in Flammen auf, Scheiben splitterten.

Mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei waren im Einsatz.
Mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei waren im Einsatz.  © dpa/Hendrik Schmidt

Auslöser der Krawalle waren Hausbesetzungen gewesen, die von der Polizei beendet worden waren. Der Protest gegen Verdrängung und Mieterhöhungen lief aus dem Ruder. Die Polizei will Konsequenzen ziehen - und Ministerpräsident Kretschmer findet deutliche Worte.

Schon nach wenigen Hundert Metern begannen die Ausschreitungen in dem Demonstrationszug in Connewitz. Steine flogen, Pyrotechnik wurde gezündet. Zwischen vermummten Demonstranten und Beamten kam es zu regelrechten Jagdszenen. Mehrfach wurde der Pilot im Hubschrauber über dem Geschehen mit Laserstrahl attackiert. Zwei Polizisten wurden verletzt.

Die Versammlungsbehörde löste die Demo schließlich "aufgrund des unfriedlichen Verlaufs" auf. Gegen 15 Krawallmacher wird ermittelt. Die Polizei schätzt die Zahl der Teilnehmer auf 500.

Doch Schluss war noch lange nicht: Ein auf dem Polizeigelände in Lindenau abgestellter Streifenwagen ging in Flammen auf. Gegen 1.30 Uhr waren noch immer 150 Randalierer damit beschäftigt, Barrikaden in der Nähe der Bornaischen Straße zu bauen, in der sie zuvor eine Straßenbahn gestoppt und mit Graffitis besprüht hatten.

Welche Konsequenzen wird es geben?

Polizeipräsident Torsten Schultze (55) ist besorgt über die Aggressivität der Krawallmacher.
Polizeipräsident Torsten Schultze (55) ist besorgt über die Aggressivität der Krawallmacher.  © dpa/Hendrik Schmidt

Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze (55) nennt die Randalierer "augenscheinliche Linksextremisten". Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (62) verurteilte die Gewaltausbrüche "aufs Schärfste". "Man schafft keinen Wohnraum, indem man Polizisten angreift und Barrikaden anzündet."

Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) ist empört: "Diesen Leuten geht es nicht um dieses Thema. Es geht ihnen darum, gegen unsere Rechtsordnung vorzugehen." Den Randalierern müsse das Handwerk gelegt werden: "Wir sagen diesen Menschen den Kampf an!"

Wie die angekündigten Konsequenzen konkret aussehen sollen, steht indes noch nicht fest: "Das Geschehen wird jetzt ausgewertet", so Polizeisprecherin Dorothea Benndorf. Die Ergebnisse sollen in Gesprächen mit Anmeldern und Stadtvertretern erörtert werden.

Bereits am Donnerstag und Freitag hatte es im Leipziger Osten Ausschreitungen gegeben (TAG24 berichtete). Neun Beamte waren an den beiden Tagen verletzt worden.

Unter dem Motto "Kämpfe verbinden" zogen die Demonstranten durch Connewitz.
Unter dem Motto "Kämpfe verbinden" zogen die Demonstranten durch Connewitz.  © dpa/Hendrik Schmidt

Am Samstag waren mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei sowie Bundespolizisten und Kräfte aus Thüringen im Einsatz.

Titelfoto: dpa/Hendrik Schmidt

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