34 Prozent mehr Umsatz: Ist das Fahrrad der Sieger der Corona-Krise?

Leipzig/Berlin - In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Maskenpflicht in Bus und Bahn nutzen viele Menschen zunehmend das Fahrrad.

Die Fahrradbranche profitierte in der Corona-Krise wie kaum eine andere. Einer der Gründe: In Zeiten der Maskenpflicht im ÖPNV greifen immer mehr Menschen zum Drahtesel.
Die Fahrradbranche profitierte in der Corona-Krise wie kaum eine andere. Einer der Gründe: In Zeiten der Maskenpflicht im ÖPNV greifen immer mehr Menschen zum Drahtesel.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir sehen derzeit einen enormen Run auf die Fahrradläden", sagt David Eisenberger, Leiter Marketing und Kommunikation beim Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Demnach stauen sich vor vielen Radläden in Deutschland die wartenden Kunden. 

Neben denen, die ohnehin eine Neuanschaffung geplant hätten, gebe es auch viele Kunden, die das Rad für sich wieder entdeckten. Das zeige nicht zuletzt die gestiegene Nachfrage im Einsteigersegment ab 300 Euro.

Die Branche ist schon länger im Aufwind. 2019 erzielte sie mit Fahrrädern und vor allem den immer beliebteren E-Bikes gut 4,2 Milliarden Euro Umsatz - satte 34 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Trotz der schmerzhaften Einbußen zum Saisonstart im Frühjahr sei man inzwischen optimistisch, in der Corona-Krise mit einem "blauen Auge" davonzukommen, meint der ZIV. 

Mit dem Rad durch die Krise: Problem wäre nur Shutdown

Ein Risiko bleibe jedoch eine zweite Infektionswelle und damit ein neuerlicher Shutdown.

Ob das Rad aber am Ende als Krisengewinner da steht, hängt nach Ansicht der Branche vor allem von der Radinfrastruktur ab. Der Forderung der Autoindustrie nach Kaufprämien erteilt die Fahrradwirtschaft, die bundesweit rund 280.000 Menschen beschäftigt, eine Absage. 

Wenn überhaupt müsse es eine Mobilitätsprämie für alle geben.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0