Waffenverbot auf Eisenbahnstraße ist "Crystal Meth für die Freiheit!"

Leipzig - Die Leipziger Eisenbahnstraße gilt als eine der gefährlichsten Straßen Deutschlands. Ab dem 5. November wird deshalb dort eine Waffenverbotszone eingerichtet mit dem Ziel, die Kriminalität zu senken. Es wird die erste ihrer Art in Sachsen sein. Ein hiesiger Politiker zeigt sich davon wenig überzeugt.

Der Leipziger FDP-Stadtrat René Hobusch (41) bezeichnet die Waffenverbotszone auf der Eisenbahnstraße als "Globuli für die Sicherheit".
Der Leipziger FDP-Stadtrat René Hobusch (41) bezeichnet die Waffenverbotszone auf der Eisenbahnstraße als "Globuli für die Sicherheit".

René Hobusch ist FDP-Stadtrat und hat eine klare Meinung vom geplanten Waffenverbot auf der Eisenbahnstraße. "Das bewirkt nichts außer einem besseren Gefühl - aber auch nur, wenn man daran glaubt", so der 41-Jährige. "Die Anordnung von Verboten verhindert keine Straftaten. Kein einziger Verbrecher wird sich davon abschrecken lassen. Das sieht man an anderen Städten. In Hamburg gibt es weiter Messerstechereien auf dem Kiez, auch Schusswaffen kommen dort immer noch zum Einsatz. Der Bereich ist heute nicht mehr oder weniger sicher als vor der Einrichtung der Verbotszonen."

Zudem steht er einer Einschränkung der Freiheitsrechte auf der belebten Straße im Osten der Stadt kritisch gegenüber. Die Waffenverbotszone wird nichts bringen – außer Grundrechtseinschränkungen. Denn zukünftig kann jede Frau und jeder Mann dort ohne Verdacht und ohne Anlass von der Polizei festgehalten und kontrolliert werden. Das wird wenig bringen", so René Hobusch, "am Ende ist das alles Crystal Meth für die Freiheit, die völlig abgewrackt am Boden liegen wird. Und trotzdem wird es zu Verbrechen kommen", konstatiert der Liberale.

Sein Vorschlag: Gut ausgebildete, perfekt ausgestattete, anständig bezahlte und in ausreichender Zahl vorhandene Polizisten. "Die Polizei muss von Bürokratie entbunden werden, so dass sie auf der Straße präsent und ansprechbar ist, Kontakt zu den Menschen hat und bei Gefahr im Verzug sofort einschreiten kann", so der Rechtsanwalt.

Prügelei in Imbiss auf der Eisenbahnstraße: 33-Jähriger verletzt
Eisenbahnstraße Leipzig Prügelei in Imbiss auf der Eisenbahnstraße: 33-Jähriger verletzt

Ab dem 5. November wird es verboten sein, etwa Messer, Scheren, Schraubendreher, Reizgas oder Schreckschusspistolen auf der Eisenbahnstraße zu tragen. In einer Waffenverbotszone kann die Polizei verdachtsunabhängige Kontrollen vornehmen. Bei einer hohen Kontrolldichte soll das ein Mittel sein, um gegen Kriminalität vorzugehen.

Razzia auf der Eisenbahnstraße: Immer wieder werden hier Lokale durchkämmt, immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen und Überfällen.
Razzia auf der Eisenbahnstraße: Immer wieder werden hier Lokale durchkämmt, immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen und Überfällen.  © DPA

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