Mädchen täuschen Entführung vor: Polizei ermittelt gegen 16-Jährige

Leipzig - Die vorgetäuschte Entführung in Leipzig (TAG24 berichtete) könnte für eines der beiden beteiligten Mädchen Konsequenzen haben: Die Polizei gab am Mittwoch bekannt, dass gegen die 16-Jährige nun ermittelt wird.

Die 16-Jährige hatte am Montag die Polizei gerufen und angegeben, gemeinsam mit einer 13-Jährigen entführt worden zu sein. (Symbolbild)
Die 16-Jährige hatte am Montag die Polizei gerufen und angegeben, gemeinsam mit einer 13-Jährigen entführt worden zu sein. (Symbolbild)  © Jaromír Chalabala/123RF

Die Ermittlungen würden wegen Vortäuschens einer Straftat sowie Missbrauchs von Notrufen laufen, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch auf Anfrage. Weitere Angaben zu den Hintergründen und Motiven des Mädchens wurden nicht gemacht.

Am Montagabend hatte die 16-Jährige einen Notruf abgesetzt und angegeben, dass sie am Morgen gemeinsam mit einer 13-Jährigen auf dem Weg zur Schule in ein Auto gezerrt und in ein Gebäude eingesperrt worden sei (TAG24 berichtete). 

Die Polizei hatte die Situation als ernstzunehmend eingestuft und einen Großeinsatz ausgelöst. 

Nachdem das Gebäude lokalisiert wurde, drang eine Spezialeinheit des Landeskriminalamtes um 23 Uhr dort ein und traf die Mädchen an. Sie waren unverletzt.

Ermittlungen wegen vorgetäuschter Entführung: 16-Jährige gesteht Lüge

Das Gebäude, in dem sie sich aufhielten, wurde daraufhin von einer Einheit des SEK gestürmt.
Das Gebäude, in dem sie sich aufhielten, wurde daraufhin von einer Einheit des SEK gestürmt.  © Boris Roessler/dpa

Das Gebäude war bis in die frühen Morgenstunden des Dienstags kriminaltechnisch untersucht worden, von Tätern gab es keine Spur. Später stellte sich heraus, dass die vermeintliche Entführung vorgetäuscht war. 

Bei der Vernehmung habe die 16-Jährige zugegeben, dass sie weder gewaltsam in ein Fahrzeug gezerrt noch gegen ihren Willen in dem Gebäude festgehalten worden sei, so die Polizei.

Die strafrechtlichen Konsequenzen für die beiden Mädchen sind unterschiedlich. Unabhängig von dem konkreten Fall sei eine 13-Jährige noch strafunmündig, erläuterte der Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz, am Mittwoch. 

Bei 16-Jährigen sei das Jugendgerichtsgesetz anzuwenden, wobei der Erziehungsgedanke maßgeblich sei. In leichteren Fällen gibt es Verwarnungen oder auch Arbeitsstunden. 

Zudem könnten auch der Einsatz von Rettungsfahrzeugen wie Feuerwehr oder auch ein Polizeieinsatz in Rechnung gestellt werden. Ob dies der 16-Jährigen im konkreten Fall droht, wollte die Polizeisprecherin zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sagen.

Titelfoto: Montage: Jaromir Chalabala/123RF/Boris Roessler/dpa

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