Mordversuch in Sushi-Lokal: Ging es um Steuerbetrug?

Leipzig - Steckt hinter dem blutigen Gemetzel in einem Leipziger Sushi-Lokal ein knallharter Steuerbetrug? Der wegen versuchten Mordes angeklagte Koch hat am Dienstag umfassend ausgesagt und den Betreiber des Lokals illegaler Machenschaften bezichtigt.

Wegen versuchten Mordes angeklagt: Tuan Hong T. (61) berief sich gestern auf Notwehr und bezichtigte seinen Chef der Steuerhinterziehung.
Wegen versuchten Mordes angeklagt: Tuan Hong T. (61) berief sich gestern auf Notwehr und bezichtigte seinen Chef der Steuerhinterziehung.  © Ralf Seegers

Seit Dienstag steht die Bluttat im hippen Sushi-Laden "Sakura“ in einem anderen Licht. 

"Ich habe seit April 2019 dort gearbeitet und sollte eigentlich 1200 Euro netto bekommen“, sagte Tuan Hong T. (61) vor Gericht. Doch in Wirklichkeit habe er von seinem Chef jeden Monat nur 900 Euro erhalten. 

"450 Euro hat er auf mein Konto überwiesen, 450 Euro bekam ich in bar und 300 Euro sollte ich mir vom Job-Center holen“, berichtete der gelernte Koch. Laut T. sei nicht nur er derart illegal bezahlt worden.

Am 1. Oktober habe es ihm gereicht: "Weil ich wieder nicht den vollen Lohn bekam, habe ich dem Chef gesagt, dass ich die Arbeit nicht mehr mache und ihn wegen Betruges und Steuerhinterziehung anzeigen werde.“ Als er seine Jacke holen wollte, hätten ihn der Chef (51) und ein Kollege (54) geschlagen und den Ausgang versperrt. "Ich hatte große Angst und habe dann ein Messer ergriffen und mich gewehrt.“

Das Sushi-Lokal "Sakura" in der Leipziger Südvorstadt - ob hier betrogen wurde, das ermittelt nun die Wirtschaftsabteilung der Staatsanwaltschaft.
Das Sushi-Lokal "Sakura" in der Leipziger Südvorstadt - ob hier betrogen wurde, das ermittelt nun die Wirtschaftsabteilung der Staatsanwaltschaft.  © Ralf Seegers

Auf die Frage des Gerichts, warum er gleich 15-mal zugestochen habe, behauptete der Angeklagte, in Panik agiert zu haben, weil ihm zuvor die Brille vom Gesicht geschlagen worden sei und er nichts mehr gesehen habe. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Ralf Seegers

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