Nach drei Randale-Nächten: OB Jung will sich mit Polizei treffen

Leipzig - Nach den Ausschreitungen der vergangenen Tage ist es in Leipzig ruhig geblieben.

Drei Abende in Folge war es in Leipzig zu Ausschreitungen gekommen.
Drei Abende in Folge war es in Leipzig zu Ausschreitungen gekommen.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Es habe am Sonntagabend keine gewalttätigen Demonstrationen gegeben, sagte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen. 

Damit erlebte Leipzig seine erste ruhige Nacht seit Mitte der vergangenen Woche. Seit Donnerstag hatte es drei Tage in Folge Demonstrationen im Leipziger Osten und im Stadtteil Connewitz gegeben, die teils in Ausschreitungen und Angriffen auf Polizeibeamte gemündet waren.

Hintergrund der Proteste war die Räumung eines besetzten Hauses im Leipziger Osten am frühen Mittwochmorgen (TAG24 berichtete) und die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in der Stadt. 

In der Folge war über soziale Netze zu Demonstrationen gegen Verdrängung und die Verteuerung von Wohnraum aufgerufen worden.

Die Ausschreitungen sorgten bundesweit für Schlagzeilen, Politiker wie der Leipziger Oberbürgermeister Burkhardt Jung (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kritisierten die Übergriffe scharf.

UPDATE, 9.25 Uhr: Sachsens Innenminister verurteilt Ausschreitungen

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hat die gewalttätigen Ausschreitungen in Leipzig der vergangenen Tage verurteilt. "Wenn gezielt Flaschen und Steine fliegen auf Polizistinnen, aber auch Vertreter der Versammlungsbehörde, dann hört der Spaß auf", sagte Wöller am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Polizei habe im Vorfeld der Räumung eines besetzten Hauses, woran sich die Proteste entzündet hatten, deeskaliert und versucht, Gespräche zu führen.

Friedliche Demonstrationen gegen die Räumung halte er für legitim, betonte Wöller. Er erwarte aber eine Abgrenzung vom gewalttätigen Protest. Sein Rat im Umgang mit Linksextremisten, aber auch mit Rechtsextremisten sei: "Sobald man sich auf einer Veranstaltung befindet, wo verfassungsfeindliche Symbole gezeigt werden und wo es Gewalt gibt, hat man auf so einer Veranstaltung nichts zu suchen und sollte sie verlassen."

UPDATE, 12.35 Uhr: Sachsen OB Jung will mit Polizei sprechen

Einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" zufolge will Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD) schnellstmöglich den Leipziger Polizeipräsidenten Torsten Schultze treffen, um die Geschehnisse der vergangenen Tage auszuwerten. Auch Konsequenzen für die Zukunft sollen bei dem Gespräch Thema werden, hieß es in dem Bericht.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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