Rechtes Netzwerk bei der Polizei: Skandal weitet sich auf Leipzig aus

Leipzig - Der Skandal um rechte Chats bei der Polizei hat nun auch Leipzig getroffen. Wie die Polizeidirektion (PD) der Messestadt am Freitag mitteilte, wurde ein Beamter vom Dienst suspendiert. Er soll an einem der Chats beteiligt gewesen sein.

Der Skandal um rechte Chats bei der Polizei weitet sich immer weiter aus. (Symbolbild)
Der Skandal um rechte Chats bei der Polizei weitet sich immer weiter aus. (Symbolbild)  © Tobias Arhelger/123RF

Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg habe die Leitung der PD Leipzig am Donnerstag über den Fall informiert.

Demnach soll auch der Leipziger Beamte Mitglied in einem Chatroom gewesen sein und sich dort rechtsextremistisch und rassistisch geäußert haben.

Der Sachverhalt werde nun sowohl dienst- als auch strafrechtlich überprüft.

Mitte September war bekannt geworden, dass mehrere Beamte der Polizei in Nordrhein-Westfalen verdächtigt werden, an mindestens fünf rechtsextremen Chatgruppen beteiligt gewesen zu sein (TAG24 berichtete).

Der Skandal weitet sich seitdem immer weiter aus. Mittlerweile hat es in dem Fall auch Durchsuchungen bei Beamten in Mecklenburg-Vorpommern gegeben (TAG24 berichtete).

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte die Chats daraufhin als "abscheulich und beschämend" bezeichnet. "Die Zeit, in der wir von Einzelfällen reden, ist vorbei. Dieses Verhalten trägt dazu bei, dass Misstrauen gegenüber der Arbeit der Polizei überhaupt auf fruchtbaren Boden stoßen kann", sagte der Politiker

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) appellierte an die Polizeibeamten seines Bundeslandes, nicht länger zu schweigen, sollten sie von derartigen Chats oder Netzwerken Kenntnis haben. "Wir erhalten einen ganzen Schwung von Hinweisen aus Polizeikreisen oder von Bürgern", so Reul.

Titelfoto: Tobias Arhelger/123RF

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